"Minecraft": Das Phänomen in Bildern - DER SPIEGEL
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Ein Jahrzehnt Klötzchen-Spiel Das Phänomen "Minecraft"

"Minecraft" ist das erfolgreichste und einflussreichste Videospiel unserer Zeit. Doch als das Klötzchen-Spiel das Licht der Welt erblickte, ahnte nicht einmal sein Macher, dass es derart durchstarten würde.
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In "Minecraft" gibt es kein vorgegebenes Spielziel, die Spieler haben nahezu unendlich Möglichkeiten. Aus der Ich-Ansicht erforschen sie die aus Blöcken zusammengesetzte, prozedural generierte Welt, die sich auch umbauen lässt. Rohstoffe lassen sich abbauen, ebenso Gebäude bauen und Gegenstände "craften". Die klassische "Minecraft"-Version von 2009, die Erfinder Markus "Notch" Persson binnen weniger Tage im Alleingang programmiert hat, ist ab sofort kostenlos im Browser spielbar . Aus ihr stammt dieser Screenshot.

Foto: Microsoft
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Schon früh entstand im Netz ein Hype um das Klötzchen-Spiel. Deutsche YouTuber wie Erik "Gronkh" Range oder Michael "GommeHD" Renk erreichten mit ihren Let's-Play-Videos zu "Minecraft" ein Millionenpublikum und wurden zu Stars. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus Gronkhs allererstem "Minecraft"-Let's-Play vom 19. Oktober 2010.

Foto: YouTube/ Gronkh
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Zur ersten, spontan in Bellevue im US-Bundesstaat Washington ausgerichteten "MinecraftCon" am 31. August 2010 kamen rund 50 Hardcore-Fans. Danach fand die Veranstaltung jährlich unter dem Namen "Minecon"  an wechselnden Schauplätzen wie Las Vegas, Disneyland Paris oder London statt und lockte Tausende Besucher an.

Foto: Mojang
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Auch die Macher des Spiels zeigten sich auf der "Minecon" der Öffentlichkeit. Ganz links steht Markus Persson mit seinem Markenzeichen, einem schwarzen Filzhut, rechts außen Mojangs Lead Creative Designer Jens Bergensten. Seit 2017 richtet Microsoft die Messe als Livestream-Event aus.

Foto: Mojang
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Im Oktober 2010 gründete Notch zusammen mit Jakob Porsér und Carl Manneh das Entwicklungsstudio Mojang AB, das bis heute in Stockholm sitzt. Programmiert wird "Minecraft" Stand 2019 im hippen Stadtteil Södermalm im ehemaligen Skype-Büro. Hier zu sehen ist der Eingang zum vorherigen Studiostandort.

Foto: CC BY-SA 3.0 Von Hakeld
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"Minecraft" widersetzte sich der Logik der Spielebranche, in der es kleine Indie-Entwickler oft schwer haben. Es wurde dank seiner ebenso treuen wie kreativen Community zum viralen Selbstläufer und verkaufte sich bereits als unfertiges Spiel hervorragend. Schon im Januar 2011 konnte Mojang eine Million verkaufte Exemplare vermelden. Der Screenshot zeigt eine Beta-Version von Ende 2010.

Foto: YouTube/ corbx2009
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"Minecraft"-Fans erschufen über die Jahre wahre Klötzchen-Meisterwerke . So bauen findige Spieler im Projekt "Minecraft Middle Earth"  seit Jahren etwa den "Herr der Ringe"-Schauplatz Mittelerde  nach - markante Landschaften und Gebäude wie die Festung Minas Tirith (siehe Bild) inklusive.

Foto: Minecraft Middle Earth/ Jonatanknalle
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Die Community von "WesterosCraft"  stellte hingegen auf einem Server die Welt der Fantasy-Serie "Game of Thrones" nach. Der Bau der Burg Winterfell begann im Februar 2014 und endete im März 2015.

Foto: WesterosCraft.com/ Maruku
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Auch Lehrer erkannten früh das Potenzial von "Minecraft". Bereits 2012 integrierte es ein Pädagoge in seinen Unterricht. Die Viktor Rydberg Schule in Stockholm, Schweden erklärte das Aufbauspiel im Jahr 2013 zum Schulfach, weil damit das räumliche Denken und die Kreativität der Kinder gefördert wird. Auch im Informatik-Unterricht kommt "Minecraft" zum Einsatz, es eignet sich zum Beispiel als Einstieg ins Programmieren .

Foto: CC BY-SA 2.0 Flickr/ Kevin Jarett
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Selbst in der Stadtplanung kann "Minecraft" von Nutzen sein. Mojang setzte das Programm mit Uno-Unterstützung erstmalig 2012 für die Planung von Bauprojekten in Kenias Hauptstadt Nairobi  ein. Der Titel des Projekts lautet sinnigerweise "Block by Block" .

Foto: Block by Block
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"Minecraft" schaffte es auch in die TV-Serie "Die Simpsons": Das Intro der erstmalig am 6. April 2014 in den USA ausgestrahlten Episode "Lucas"  erstrahlte im typischen Pixellook des Spiels. Zuvor drehte sich bereits die "South Park"- Folge "Informative Murder Porn"  um "Minecraft".

Foto: FOX
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Am 15. September 2014 übernahm Microsoft Mojang für 2,5 Milliarden Dollar. "Er ("Notch" - d. Red.) hat sich entschieden, dass er die Verantwortung für die Führung eines Unternehmens von so globaler Bedeutung nicht will. In den letzten Jahren hat er versucht, an kleineren Projekten zu arbeiten, aber der Druck, Minecraft zu besitzen, wurde zu groß für ihn. Die einzige Option war der Verkauf von Mojang", hieß es in einem offiziellen Statement  zum Megadeal. Die Gründer verließen danach das Unternehmen, dem riesigen Erfolgs des Spiels tat das allerdings keinen Abbruch.

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Bis heute hat sich "Minecraft" über alle Plattformen hinweg weit mehr als 155 Millionen Mal verkauft. Allein die klassische PC-Version wurde über 30 Millionen Mal abgesetzt, die Editionen für die Heim- und Mobilkonsolen von Microsoft, Sony und Nintendo sind ebenfalls sehr beliebt. Die Mobilversion für Smartphones und Tablets (siehe Bild) ist der erfolgreichste Ableger des Spiels, das sogar für Raspberry Pi, Apple TV und Amazons Fire TV erhältlich ist. Ebenso existieren Virtual-Reality-Versionen des Spiels.

Foto: Microsoft
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Anfang November 2016 hat Microsoft eine "Education Edition" von "Minecraft" in elf Sprachen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine spezielle Version für den Schulunterricht, die auf der von Lehrern erstellten Modifikation "MinecraftEdu" basiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekam sie während ihres Eröffnungsrundgangs auf der Spielemesse Gamescom 2017 in Köln demonstriert.

Foto: Microsoft
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Trivia-Wissen zum Ersten: Die in "Minecraft" beliebten und berüchtigten Creeper  fußen auf einem Entwicklungsfehler. Notch wollte eigentlich ein Schwein designen, vertauschte aber einige Werte - und heraus kamen die merkwürdig anmutenden Figuren.

Foto: Microsoft
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Trivia-Wissen zum Zweiten: Das Stöhnen der Ghasts stammt ursprünglich von der schlafenden und offenbar schnarchenden Katze von "Minecraft"-Sounddesigner Daniel "C418" Rosenfeld. Die Monster sind selbstredend in Form von Merchandising erhältlich, etwa als Kissenbezug.

Foto: Redbubble
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Mittlerweile gibt es zahlreiche offizielle und inoffizielle Fanartikel zum Spiel, von Lego-Sets bis hin zu Büchern. Im April 2018 führte der "Minecraft"-Roman "Die Schmahamas-Verschwörung"  des deutschen YouTubers Patrick "Paluten" Mayer Platz eines der SPIEGEL-Bestsellerliste an.

Foto: Community Editions
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"Minecraft"-Spieler machen gern durch besondere Aktionen auf sich aufmerksam. Der Streamer "Philza" etwa spielte den Hardcore-Modus über fünf Jahre lang - ohne zu sterben. Im April 2019 endete die Rekordserie, als ihn ein Baby-Zombie überraschte. Seine wenig begeisterte Reaktion ist in diesem Video  zu sehen. Inzwischen startete er einen neuen Lauf.

Foto: YouTube/ Philza
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Mojang thematisiert in "Minecraft" immer wieder aktuelle Themen der Popkultur. Über die Jahre erschien immer wieder sogenannte Skin-Packs mit bekannten Lizenzen wie "Marvel's The Avengers", "Power Rangers" oder "Stranger Things" (Bild).

Foto: Microsoft
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"Minecraft" rief durch seinen Erfolg einige Nachahmer auf den Plan, zum Beispiel das ähnliche "Lego Worlds" . Das mittlerweile geschlossene US-Studio Telltale Games lieferte mit "Minecraft: Story Mode" sogar einen Adventure-Ableger des Spiels ab. Netflix  bietet ihn seit Ende November 2018 als via TV-Fernbedienung spielbares Abenteuer an. Am 4. März 2022 soll der erste Kinofilm zu "Minecraft"  anlaufen, für den Mojang mit Warner Bros. zusammenarbeitet.

Foto: Netflix
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