Miss-Wahl im Knast "Im Gefängnis gelernt, mich als Frau zu fühlen"
Schönheitswettbewerb im Knast: Im Frauengefängnis Talavera Bruce in Rio de Janeiro kämpften zehn Frauen um den Titel einer Schönheitskönigin.
Die Frauen waren gut vorbereitet, hatten Gala-Roben genäht und die besten Outfits für den Laufsteg ausgewählt. Hier lässt sich eine Teilnehmerin von einer freiwilligen Helferin schminken und frisieren.
Ein letzter kritischer Blick in den Spiegel und los ging es auf den improvisierten Laufsteg.
Eine zehnköpfige Jury sollte die Gewinnerin auswählen.
Hier sind die Kandidatinnen in farbenfrohen Strandoutfits zu sehen.
Eine Wärterin gibt Anweisungen, die Bewerberinnen machen sich auf zur Bühne.
Miss-Wahl vor Wachturm und Stacheldraht: Die Bewerberinnen haben sich in Pose geworfen, mit dem Lächeln klappt es noch nicht so gut.
Zwei Frauen küssen sich während der Veranstaltung in Rio de Janeiro, zu der auch die Verwandten der Inhaftierten geladen waren.
Viele der Insassen kamen wegen Drogendelikten in Haft. Dem brasilianischen Justizministerium zufolge ist die Zahl der weiblichen Gefängnisinsassen von 2000 bis 2014 um 567 Prozent gestiegen.
Insgesamt drängen sich 600.000 Menschen in den überfüllten Knästen des Landes, die eigentlich nur für 377.000 ausgerichtet sind. Hier beobachten die Wärter von Talavera Bruce die Vorbereitungen zur Miss-Wahl.
Applaus und Jubel für die Gewinnerin: Die 27-jährige Michelle Neri Rangel ergatterte letztlich das Krönchen. "Ich habe im Gefängnis gelernt, mich als Frau zu fühlen", sagt sie.
Der Wettbewerb soll das Selbstbewusstsein der Frauen stärken. Eine Teilnahme wirkt sich offenbar auch positiv auf die Stellung und die Möglichkeiten aus, die Insassen innerhalb des Gefängnisses haben.