Mobbing Feindliche Angriffe am Schreibtisch
Mehr als eine Meinungsverschiedenheit: Mobbing hat mit "normalen" Konflikten, wie sie am Arbeitsplatz immer wieder auftauchen, nichts zu tun: Um Kritik oder konstruktive Lösungen geht es nicht. Die Angriffe richten sich gezielt gegen ein Opfer. mehr...
Werde ich gemobbt? Die Grenzen zwischen Auseinandersetzungen im Job und Mobbing sind fließend. Manchmal erkennen die Betroffenen selbst nicht, dass sie Opfer einer Mobbing-Attacke sind. Ein Indiz ist die Häufigkeit, sagt Wirtschafts- und Sozialpsychologe Jens Eisermann: "Die Grenze zwischen Zufall und System wird erreicht, wenn der Täter mindestens einmal pro Woche in einem Zeitraum ab sechs Monaten zuschlägt."
Mobbing-Opfer vor Gericht: Die Zahl der Mobbing-Klagen wächst in Deutschland rasant. "Mobber müssen sich zunehmend darauf einstellen, persönlich zur Verantwortung gezogen zu werden", sagt die Berliner Fachanwältin Erika Schreiber. Allerdings müssen Opfer durch mehrere Instanzen gehen und wenn sie Recht bekommen, gibt es selten mehr als 100.000 Euro. Schreibers Rat lautet deshalb: "Wehret den Anfängen." Betroffene sollten sich rechtzeitig Hilfe suchen.
Feindliche Angriffe: Der Münchner Coach und Mobbingexperte Dieter Schlund kennt viele Mobbing-Fälle. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich "normale" Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, wie sie am Arbeitsplatz immer wieder auftauchen, relativ schnell klären lassen. "Bei Mobbing ist die Ausgangslage eine andere", sagt Schlund. Seine Definition lautet: "Mobbing-Handlungen sind feindliche Angriffe gegen eine oder mehrere Personen, die systematisch und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden, mit dem Ziel, die Betroffenen zu demütigen oder auszugrenzen."