Outfits in Filmen Bitte den Vokuhila richten, danke!
Rachel McAdams und Brian d'Arcy James in "Spotlight" (2015): Die beiden spielen in dem Film Journalisten des "Boston Globe", die einen Missbrauchsskandal bei der katholischen Kirche aufdecken.
Um die passenden Outfits zu finden, orientierte sich Kostümdesignerin Wendy Chuck am Kleidungsstil von Bostoner Journalisten. Unglamourös, irgendwie sackig: "Ich habe herausgefunden, dass es in Boston so eine Art Arbeitsuniform gibt", sagt Chuck. "Blaue Shirts, Kakihosen und braune Schuhe."
Chuck hat auch für "Sideways" (2004) die Kostüme gemacht. In Alexander Paynes Komödie reisen zwei ungleiche Freunde durch Kaliforniens Weingebiet. Was sie eint: ihre einfachen Outfits: blaue Poloshirts, seltsam gemusterte Hemden, Kakihosen. Wären die Hemden nicht, könnten die Jungs auch in "Spotlight" mitspielen.
Melanie Griffith (links) in "Die Waffen der Frauen" (1988): Mit Vokuhila und Schlabberanzug arbeitet Tess McGill als Sekretärin in einem Maklerbüro. Als sich ihre Chefin beim Skifahren ein Bein bricht, entschließt sich Tess, es selbst als Chefin zu probieren.
Das funktioniert allerdings nur mit dem richtigen Auftreten: Tess lässt sich die Haare schneiden, zieht ein Kostümchen an und verwandelt sich in eine glaubwürdige Managerin. Das Kostümdesign stammt von Ann Roth.
Tom Cruise, Meg Ryan und Anthony Edwards in "Top Gun" (1985): Aviators, stramme Jeans, wild gemusterte Hemden, reichlich bestickte Leder-Bomberjacken und olivgrüne Einteiler.
Der Look des Fliegerfilms von Tony Scott steht wie kein anderer für den Military-Look der Achtziger.
Unvergessene Rüschen: Prince trug sie 1984 im Musikfilm "Purple Rain". Die Kostümdesignerin Marie France ließ sich dafür vom französischen Hochadel inspirieren. Ein androgynes Erscheinungsbild war ihr besonders wichtig.
Hotpants und bauchfreie Oberteile - so hat sich Marilyn Vance im Jahr 1990 Prostituierte vorgestellt. Die Kostümdesignerin hat die Outfits für "Pretty Woman" auch selbst designt und viele Kleidungsstücke sogar selbst genäht. Für das Prostituierten-Outfit ließ sich Vance von einem ihrer Badeanzüge aus den Sechzigerjahren inspirieren, der einen Ring in der Mitte hatte. Die Stiefel von Vivian (Julia Roberts) bestellte sie in England.
Das gepunktete Kleid, das Vivian auf einem Poloturnier trägt, hat Vance selbst geschneidert, den Stoff kaufte sie in einem Geschäft in Beverly Hills. Auch das ärmellose rote Opernkleid, das Vivian in einer Szene trägt, entwarf Vance selbst. Julia Roberts sei damals sehr geduldig gewesen, stundenlang musste sie Kostümproben und Farbtests über sich ergehen lassen, sagte Vance der "Elle".
Karierte Kostüme, Kniestrümpfe, Haarreifen und Tanktops über weißen T-Shirts: Kostümdesignerin Mona May stellte 1995 die Outfits für "Clueless" zusammen. Zusammen mit Regisseurin Amy Heckerling besuchte sie verschiedene Schulen in L. A., um sich inspirieren zu lassen.
"Damals sahen die Mädchen in ihren Flanellhemden und weiten Jeans sehr männlich aus", sagte May der "Vanity Fair". Die Kostümdesignerin aber wollte die Protagonistinnen feminin und schmeichelhaft anziehen, deswegen entschied sie sich für die Blazer und Kleidchen. "Mit diesen Kostümen wollte ich einzigartig sein, ich wollte die Zuschauer inspirieren", sagte May dem "Oystermag".
Für diese Darstellung bekam Charlize Theron (rechts) 2004 den Oscar: In "Monster" ist die Schauspielerin kaum wiederzuerkennen. Ihre Outfits stellte Kostümdesignerin Rhona Meyers zusammen.
Meyers lässt Aileen Wuornos (Theron) Truckercaps tragen, zu kleine Jeans und Unterhemden, unter denen der BH hervorschaut. In einer Szene sieht man sie auch mit einem Blaumann. Ihr bestes Outfit trägt sie zum Vorstellungsgespräch: ein blaues, viel zu großes Jackett mit brauner, geblümter Bluse.
Derek Zoolander (Ben Stiller) ist das Model seiner Zeit. Stets erscheint er auf Titelbildern von Fashion Magazinen und räumt bei Model Awards ab. Der gleichnamige Film "Zoolander" aus dem Jahr 2001 ist nicht nur wegen seines irrwitzigen Plots so schrill, sondern vor allem wegen der Kostüme. Die stammen von David C. Robinson, der auch die Kostüme für "Pollock" und "Meet Joe Black" machte.
In dieser Woche ist "Zoolander 2" in die Kinos gekommen. Auch hier sind die Kostüme wieder recht spacig.
Bradley Cooper joggt im Müllsack: Auch so kann man sich als Kostümdesigner verwirklichen. In "Silver Linings" (2012) hat dies Mark Bridges getan. Er sagte der Site "Entertainment Weekly", dass er Cooper meist in übergroße, lässige Kleidungsstücke gesteckt habe. Er ließ sich aber auch auf die Vorschläge von Cooper ein. Von wem diese Müllsackidee stammt, ist aber nicht einwandfrei überliefert.
Bedruckte T-Shirts, unförmige Jeans, bunte Shorts und crazy Polohemden: So sehen die Outfits von "Masterminds" (2015) aus. Zusammengestellt hat sie Sarah Edwards. Kombiniert werden sie mit, nun ja, etwas herausgewachsenen Frisuren.
In "Foxcatcher" (2014) musste Channing Tatum enge Ringeranzüge tragen, nicht gerade sexy.
In dem Film spielt er einen Ringer, der für die Olympischen Spiele trainieren soll. Die Kostüme hat Kasia Walicka-Maimone ausgewählt.