Modefotografie - Volkseigene Models - DER SPIEGEL
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Anja, Gisela und Natalie Twiggys Kolleginnen aus dem Osten

Was derzeit in Modezeitschriften zum Trend ausgerufen wird, war in der DDR Alltag - Amateure als Models in Hochglanzblättern. Wenn DDR-Illustrierte zum Foto-Shooting baten, stand oft der einzige Profi hinter der Kamera.
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Rockig: Anja Kossiwakis posiert lässig mit weißer Strickmütze, Lederjacke und Jeanshemd für die DDR-Zeitschrift "Modische Maschen". Während die Kopfbedeckung für Handarbeitsbegabte leicht nachzuarbeiten war, verhielt es sich bei der Jacke anders - die stammte nämlich aus dem Westen, nur das erfuhren die Leserinnen natürlich nicht.

Foto:

Günter Rössler

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Laufsteg am Alexanderplatz: Günter Rössler fotografierte seine Modelle nicht nur im Studio, sondern gern auch im Freien - wie hier auf dem Berliner Alexanderplatz für eine "Sibylle"-Ausgabe im Jahr 1964. Das Fotomodell in aufragender Gestalt und schwarzem Kleid wirkt imposant wie das Hochhaus im Hintergrund.

Foto: Günter Rössler
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Verträumt: Nicht immer stand die Mode im Mittelpunkt. Bei diesem Porträt, das Günter Rössler in den siebziger Jahren für die Zeitschrift "Modische Maschen" aufnahm, spielt die Strickware eher eine Nebenrolle - der Fokus ist auf das Fotomodell Marion gerichtet.

Foto: Günter Rössler
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Rundstrickschick: Im knappen Ringelpulli posiert dieses Fotomodell in den sechziger Jahren an der Ostsee für "Modische Maschen". Rössler gibt zu, dass er die Strickwaren "nicht immer hinreißend schön fand". Seine Lösung in solchen Fällen: die Kleidungsstücke im Layout eher klein ansetzen oder so platzieren, "dass sie nicht sofort ins Auge fielen".

Foto: Günter Rössler
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Schöne Gisela: Für die Zeitschrift "Sibylle" flog Günter Rössler mit Gisela, einem Fotomodell aus Berlin, im Jahr 1968 nach Bulgarien. In einem kleinen Ort am Schwarzen Meer entstand diese Aufnahme. Die bulgarischen Männer "guckten, als hätten sie noch nie eine schöne, blonde Frau gesehen", erinnert sich der Fotograf.

Foto: Günter Rössler
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Auf zu neuen Ufern: Mit Pferden am Strand - die drei Fotomodelle sind sichtlich begeistert von Fotograf Rösslers Inszenierung. Die Aufnahme entstand in den siebziger Jahren für die Zeitschrift "Modische Maschen".

Foto: Günter Rössler
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Vogelhändler: Auf einer Reise durch Bulgarien 1968 entstanden Aufnahmen, die zu Günter Rösslers Klassikern gehören - wie diese Fotografie mit Model Gisela. In dem Ort Plovdiv entdeckte der Fotograf diesen Hauseingang, um den herum Vogelkäfige hingen. Als Gisela aus dem Laden trat, erschien zufällig der Vogelhändler im Bild. Rössler schwärmt: "So bekam das Bild noch eine ganz andere Aura."

Foto: Günter Rössler
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Im Trenchcoat: Für eine "Sibylle"-Ausgabe im Jahr 1967 wählte Fotograf Günter Rössler den Leipziger Hauptbahnhof als Schauplatz seiner Arbeit. In dieser Stadt hatte Rössler zur "Sibylle" gefunden - als ihn auf der Leipziger Modemesse 1961 eine Redakteurin der in Berlin ansässigen Zeitschrift ansprach und prompt engagierte.

Foto: Günter Rössler
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Unterwegs in Prag: Das Budget war immer spärlich, dennoch genehmigte der "Verlag für die Frau" Günter Rössler eine Auftragsreise nach Prag, wo diese Fotografie 1967 entstand.

Foto: Günter Rössler
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Gegen den Wind: Der gelernte Fotograf Günter Rössler arbeitete von 1954 bis 1990 vorwiegend für DDR-Modezeitschriften wie "Modische Maschen", "Das Magazin" und "Sibylle" - in letzterer erschien 1964 dieses Foto. Für Furore aber sorgte seine erste künstlerische Aktausstellung - 1979 im Kunsthaus Grimma. Er gilt als einer der Pioniere in diesem Genre.

Foto: Günter Rössler
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Improvisationstalent: Dieses verliebt wirkende Pärchen ist sich eigentlich völlig fremd. Fotograf Günter Rössler war mit seinem Modell Renate G. zu Modeaufnahmen nach Budapest gereist - doch für eine romantische Inszenierung an der Donau fehlte der männliche Part. Also sprach man kurzerhand einen geeignet scheinenden jungen Mann an - und der willigte ein, für die Modestrecke zu posieren.

Foto: Günter Rössler
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Selbst strickt die Frau: "Aus bunten Resten Kuschelpullover" fertigen - die Strickzeitschrift "Modische Maschen" aus dem Verlag für die Frau wies die Frauen im Ostblock und in der DDR in Sachen Handarbeit ein. Weil trendige Kleidung nur schwer erhältlich war, griff frau gern zu Wolle und Stricknadel - und fertige ihre Garderobe einfach selbst.

Foto: Günter Rössler
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Blickfang vor der Baustelle: Im Pünktchenkleid und weißen Pumps zieht dieses Fotomodell die Blicke auf sich. Günter Rössler mag natürliche Aufnahmen, die wirken, als wären sie "im Vorbeigehen" entstanden. Dieses Bild erschien 1966 in der Mode-Zeitschrift "Sibylle".

Foto: Günter Rössler
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Bühne für Amateurmodels: Freizeitmodell in "Modischen Maschen". Viermal im Jahr erschien das Heft, eines für jede Jahreszeit. Hier eine Ausgabe aus dem Jahr 1968.

Foto: Günter Rössler
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Lichtspiele: Bei dieser Aufnahme für die "Sibylle" aus den sechziger Jahren arbeitete Fotograf Günter Rössler bewusst mit den Spiegelreflexen der Schaufenster. Es wirkt, als würde der Mann am Ende des Durchganges dem Fotomodell hinterherschauen.

Foto: Günter Rössler
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Natalie: Eine Woche lang war Günter Rössler für die "Sibylle" 1972 in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg unterwegs. Dort arbeitete er mit diesem jungen Fotomodell. Ihren Namen kannte er nicht - er nannte sie Natalie.

Foto: Günter Rössler
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Linientreu: Egal welche Modeepoche anbrach, die Zeitschrift "Modische Maschen" blieb ihrer Linie treu und zeigte ausschließlich Strickmode, die mit unterschiedlichen Accessoires kombiniert wurde - wie zum Beispiel einer gepunkteten Fliege. Das Model auf dem Cover ist Kirsten Schlegel, mit der Fotograf Günter Rössler in zweiter Ehe verheiratet ist. Als der Fotograf seine Zukünftige kennenlernte, war sie 14 Jahre alt. Sie könnte "meine Tochter, wenn nicht sogar meine Enkelin sein", gesteht Rössler in seinem Buch "Mein Leben in vielen Akten".

Foto: Günter Rössler
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Wider der Parteilinie: "Modisch aktuell: Westen" heißt es auf dieser "Sibylle"-Titelseite aus dem Jahre 1968. Die DDR-Zeitschrift zeigte zwar auch Mode aus Nachbarländern, mit "Westen" aber war das Kleidungsstück gemeint.

Foto: Günter Rössler
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Quietschgelb: 1968 mochte man es bunt, wie diese "Sibylle"-Ausgabe zeigt. Und sie beweist auch, dass manche Trends immer wieder kommen - wie etwa die auf dem Titelbild angepriesenen Hemdblusenkleider.

Foto: Günter Rössler
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Im Trend: Sibylle war nicht etwa der Name des Fotomodells sondern einer der wichtigsten Modezeitschrift der DDR. Das Magazin legte Wert auf Individualität, lichtete aber stets die jeweiligen Trends der Modewelt ab. Hier ein Titelmodel aus dem Jahre 1966 mit kinnlangem Pony-Pagenschnitt, geblümtem Schal und hellgrauer Cordjacke.

Foto: Günter Rössler
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Die Ost-"Vogue": "Sibylle", herausgegeben vom Modeinstitut Berlin, war seit ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1956 bis zum Ende der DDR 1989/90 stets ausverkauft. Die Zeitschrift erschien sechsmal pro Jahr - mit einer Auflage von nur 200.000 Exemplaren. Hier eine Ausgabe aus dem Jahr 1964.

Foto: Günter Rössler
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Ausgezeichnet: Für Fotografen, Grafiker und Texter war es eine Auszeichnung, für die "Sibylle" zu arbeiten. Auch DDR-Fotograf Günter Rössler, der sich vor allem auf dem Gebiet der Aktfotografie einen Namen machte, lichtete Modelle für die Zeitschrift ab.

Foto: Günter Rössler
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Entspannter Zuverdienst: Obwohl Anja Kossiwakis dreimal die Titelseite von "MM" (hier in der Sommerausgabe 1988) schmückte, sah sie das Modeln nicht als Beruf sondern als Hobby an - zumal das Honorar für ein Titelbild in der DDR gerade mal 35 Mark betrug.

Foto: Günter Rössler
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Natürlich gestrickt: Die Aufnahmen, erschienen in der DDR-Zeitschrift "Modische Maschen", entstanden Ende der achtziger Jahre in freier Natur - auf den Hügeln der Abraumhalde des Braunkohlenkombinats Bitterfeld.

Foto: Günter Rössler
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Indio-Style: Im Winter 1998 pries die Zeitschrift "Modische Maschen" auf ihrem Titelbild Pullover im Indio-Stil an. Modell Anja Kossiwakis zeigt die neue Mode - hier trägt sie einen Pulli mit Lamamuster.

Foto: Günter Rössler
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Strick und Schick: Hobbymodel Anja Kossiwakis präsentiert 1988 in der Sommerausgabe der DDR-Zeitschrift "Modische Maschen" Strickwesten und Pullover.

Foto: Günter Rössler
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Herbstlicher Look: Insgesamt drei Mal schaffte es Freizeitmodel Anja Kossiwakis auf die Titelseite der Zeitschrift "Modische Maschen" - hier in der Frühjahrsausgabe aus dem Jahr 1988.

Foto: Günter Rössler
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Anja Kossiwakis: Als 16-Jährige hatte sich Anja Kossiwakis aus Dessau 1985 als Fotomodell bei der DDR-Strickzeitschrift "Modische Maschen" beworben - und wurde prompt zu Probeaufnahmen eingeladen. Nach dem Mauerfall zog das Hobbymodel nach Wiesbaden, mit den Foto-Shootings war es dann vorbei. Im Westen arbeitete sie in einer Sparkasse.

Foto: Anja Kossiwakis
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Beliebte Strickmode: Besonders in den sechziger und siebziger Jahren war Gestricktes angesagt. Die in Leipzig erscheinende Zeitschrift "Modische Maschen" lieferte die Anleitungen zum Handarbeiten gleich mit. Hier ein Titelbild aus dem Jahr 1968.

Foto: Günter Rössler
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