Moderne Archäologie - DER SPIEGEL
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Moderne Archäologie Huch, es ist der Santa Blaus!

In den Trümmern einer US-Spielzeugfabrik machten Archäologen einen spektakulären Fund: den ältesten Spielzeugweihnachtsmann der USA - und der trug blau. Der rote Einheitsdress für Santa Claus setzte sich erst Anfang der dreißiger Jahre durch. Doch nun erlebt der blaue Mantel ein Comeback.
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Spektakulärer Fund: Die älteste bekannte Weihnachtsmannfigur, von Archäologen 2006 bei Ausgrabungen in Ohio entdeckt, trägt einen blauen Mantel. Als das Keramik-Männchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts hergestellt wurde, gab es in den USA noch keinen einheitlichen Dresscode für Santa Claus.

Foto: Akron Toy & Marble Company
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Wunschfigur: Der blaue Ur-Weihnachtsmann aus glasierter Keramik ist nur rund sechs Zentimeter groß. Wer die Figur ganz fest in den Händen hält und dabei an das ersehnte Weihnachtsgeschenk denkt, dessen Wünsche würden erfüllt - so ging die Mär.

Foto: BlueSanta.us
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"Väterchen Frost": Genau wie sein russischer Kollege war der Ur-Weihnachtsmann aus den USA zunächst in Blau gekleidet. Erst später kam der Gabenbringer einheitlich in Rot daher.

Foto: REUTERS
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Ganz in Blau: Die Bostoner William H. Zinn Import Company zeigte den Weihnachtsmann ebenso mit einem blauen Mantel. Die Illustration stammt aus dem Jahr 1890.

Foto: Getty Images
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Schatz für Archäologen: 1904 brannte die US-Spielzeugfabrik American Marble & Toy Manufacturing Company in Akron, Ohio, bis auf die Grundmauern nieder. In den Ruinen der großen Fabrik gruben Archäologen nicht nur den blauen Weihnachtsmann aus, sondern auch Zehntausende Murmeln und Keramik-Spielzeuge. Zu den Fundstücken gehört auch dieser Frauenschuh.

Foto: Akron Toy & Marble Company
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Massenproduktion: Neben dem blauen Weihnachtsmann fanden die US-Wissenschaftler in Akron diese Katzenfiguren aus Keramik sowie kleine braune Krüge in unterschiedlichen Formen. Die Marble & Toy Manufactoring Company wurde 1884 gegründet und stellte als erste Firma der Welt Spielzeuge in Massenproduktion her. Jeder Arbeiter konnte 800 bis 1000 Murmeln in der Stunde schaffen.

Foto: Akron Toy & Marble Company
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Geschickte Vermarktung: Der Santa Claus von Coca-Cola, entworfen von Cartoonist Haddon Sundblom, feierte sein Debüt 1931 in einer Anzeige in der Zeitung "The Saturday Evening Post". Bis heute hält sich die Legende, dass Coca Cola den roten Mantel in den Farben des Brause-Logos überhaupt erst eingeführt hat - dabei gab es ihn schon zuvor. Allerdings prägte der riesige Erfolg der Cola-Werbung sicher nachhaltig das heutige Bild vom Weihnachtsmann.

Foto: The Coca-Cola Company
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Kostbares Spielzeug: Ein Junge spielt mit einem alten Penny Toy - einem blauen Weihnachtsmann, der einen Schlitten zieht. Bei den Penny Toys war der Name Programm. Sie waren für ein paar Pennys zu kaufen. Heute ist das nicht mehr so: Dieses seltene Stück wurde 2004 auf einer Auktion bei Christie's in London versteigert, der Wert der seltenen Figur wurde auf mindestens 6000 Euro geschätzt.

Foto: AP
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Haddon Sundblom: Es ist liegt wohl an der jahrzehntenlangen Arbeit des US-Grafikers (Foto von 1964), dass der Weihnachtsmann heute ein fast schon standardisiertes Aussehen hat - und nur noch in roter Robe Geschenke verteilt. Haddon Sundblom zeichnete den Santa Claus als Werbefigur für Coca-Cola - und zeigte ihn ausschließlich in den Farben des Limonaden-Herstellers.

Foto: The Coca-Cola Company
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Durstlöscher für den Weihnachtsmann: In einer US-Reklame von 1941 genehmigt sich Santa Claus eine Pause von seiner stressigen Arbeit - bei einer Flasche Coca Cola. 35 Jahre lang, von 1931 bis 1966, entwarf der Cartoonist Haddon Sundblom den Weihnachtsmann als Werbefigur für die Coca-Cola-Company - und setzte damit möglicherweise weltweit das rote Outfit für den Gabenbringer durch.

Foto: The Coca-Cola Company
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Weltstar: Die Coca-Cola-Company setzte schon früh und weltweit auf den Weihnachtsmann als Werbefigur in Zeitungsanzeigen und in Zeitschriften sowie auf Plakaten und Kalendern - wie auf diesem aus dem Jahr 1952.

Foto: The Coca-Cola Company
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?