Kunst in Yogyakarta Von der Tradition zur Moderne
Moderne Kunst in Yogyakarta: Die 500.000-Einwohner-Stadt im Süden Javas gilt als geistiges und kulturelles Zentrum der Insel. Nach Ansicht vieler Kunstkenner steckt Yogya, wie die Stadt liebevoll genannt wird, die indonesische Hauptstadt Jakarta als Kulturmetropole inzwischen locker in die Tasche.
Eines der kulturellen Zentren Yogyas ist die Langgeng Art Foundation. Das futuristische Gebäude der Stiftung beherbergt Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen sowie ein Café. Es liegt in dem für moderne Kunst und seine Künstler bekannten Viertel im Südwesten der Stadt.
Bayu Widodo im Garten der Langgeng Art Foundation: Der 33-Jährige, der hier an diesem Nachmittag an einer Buchpräsentation teilnimmt, ist einer der aufstrebenden Künstler Indonesiens. 2011 Jahr hatte er seine erste Ausstellung in Europa, im Pariser Espace Culturel Louis Vuitton.
Der Sangkring Art Space ist eine reine Galerie. Schon vor dem Gebäude steht eines der Werke von Noor Ibrahim.
Die Kunstwerke, die im Rahmen der Ausstellung mit dem Titel Courage gezeigt wurden, stammen aus dem Jahr 2010 und wurden größtenteils aus Eisen, Acryl und Aluminium gefertigt. Der Sangkring Art Space wie auch zahlreiche weitere Galerien in Yogya sind in einem speziellen Stadtplan zu finden, der Yogyakarta Comtemporary Art Map.
Ziel des alternativen Stadtplans ist es den Herausgebern zufolge, Yogyas "wahre zeitgenössische Kulturerfahrung" bekanntzumachen und Locations vorzustellen, die nicht in Reiseführern zu finden sind.
Ausstellung mit dem Titel "Die auseinanderbröckelnden Gesichter der Kinder vom Staudamm" im Cemeti Art House: Die Bilder stammen von dem indonesischen Künster Moelyono, der gern soziale und pädagogische Aspekte in seine Arbeiten einfließen lässt. Mit diesen Werken macht er auf die Situation von Kindern von Bauern aufmerksam, die beim Bau des Wonorejo-Damms in Ostjava nur gering entschädigt wurden - und deren Zukunft daran zerbricht.
Das Via Via nennt sich Traveler's Café, ist aber weit mehr als das. In dem Restaurant bekommen junge Künstler aus Yogyakarta die Chance, ihre Werke auszustellen. Hier werden verschiedene Kulturen und verschiedene Menschen bei einheimischem Essen, Drinks, Musik, sozialen Projekten und Yogakursen zusammengebracht.
Die meisten Touristen sehen vor allem die alten Sehenswürdigkeiten der Sultansstadt, wie den Kraton. Hier lebt noch heute der Sultan mit seiner Familie.
Noch immer wird zu einer festen Zeit in einer geregelten Zerenomie der Tee für den Sultan zubereitet. Diese Frauen gehen aus den Privaträumen des Sultans in die Küche, um dort den stets frisch zubereiteten Tee zu holen.
Yogyakarta kann eine lange kulturelle Tradition aufweisen. Noch heute ist die Stadt eine Hochburg des Wayang-Spiels, des traditionellen javanesischen Schattenspiels. Vor allem die älteste Form, das mit flachen Lederpuppen vor einer Leinwand inszenierte Wayang Kulit, wird regelmäßig aufgeführt.
Bayu Widodo vor einem seiner Werke: Die Gemälde sind oft sehr düster, die Gesichter wirken bedrohlich. Widodos Arbeiten handeln vom Leben der Menschen, vom Zustand der Umwelt, von Problemen des Stadtlebens und berücksichtigen immer aktuelle Geschehnisse, wie beispielsweise den Ausbruch des Vulkans Merapi 2010.
In Widodos Atelier sind oft Kollegen zu Besuch. Die jungen Künstler in Yogya schließen sich gern zu Gruppen zusammen, so wie diese, die zusammen eine Ausstellung vorbereiten.
Das Kedai Kebun Forum ist eine von Künstlern betriebene Einrichtung, die Galerie, Restaurant, Buchgeschäft, Kunstshop, Aufführungsort und Begegnungsstätte vereint. Hier finden Theateraufführungen, Lesungen, Tanzperformances und Diskussionsrunden statt.
In dem Galerieshop werden unter anderem Alltagsgegenstände und Klamotten angeboten, die von jungen einheimischen Künstlern designt wurden - wie diese T-Shirts.
Mit einer der traditionellen Fahrradrikschas oder mit einem Moped lassen sich in einem ganzen oder einem halben Tag mehrere Galerien Yogyas abklappern.