Monrovia: Hoffnung in Ruinen - DER SPIEGEL
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Monrovia Hoffnung in Ruinen

Einst war das Hotel Intercontinental in Liberias Hauptstadt Monrovia das beste in einem blühenden Land. Doch der Staat versank im Bürgerkrieg, das Hotel verfiel. Seit 20 Jahren wartet ein Wächter in der Ruine auf ein besseres Leben - und hofft, dass mit dem Gebäude auch seine Heimat aufersteht.
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Moses Youlu bewacht das Hotel Intercontinental von Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Doch das Hotel verfällt seit Jahrzehnten, und beinahe ebenso lange hofft der selbst ernannte Wachmann auf ein besseres Leben - und darauf, dass er irgendwann seinen Job in dem Gebäude wiederbekommt.

Foto: Horand Knaup
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Fünf stolze Sterne hatte das Hotel einst. Es hatte Tennisplätze, ein Konferenzzentrum und einen großen Pool, der heute vor sich hinrottet. Am Bassin wurden Hummer und Ananas serviert, Champagner und französischer Cognac.

Foto: Horand Knaup
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Die Dachterrasse lässt nicht mehr erahnen, dass hier früher die bekannsten Staatschefs des Kontinents ein und aus gingen.

Foto: Horand Knaup
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Die Hotelzimmer sind restlos geplündert. Es blieb nichts zurück, kein Regal, keine Lampe, keine Toilettenschüssel. Selbst die Aufzugschächte sind leer.

Foto: Horand Knaup
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Das Intercontinental steht auf dem höchsten Punkt Monrovias, dem Ducor Hill, und war einst Magnet für die Hautevolee von ganz Westafrika. Die Gäste schätzten den wunderbaren Blick über das Meer.

Foto: Horand Knaup
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An der Bar wurde vor mehr als 20 Jahren der letzte Champagner serviert. Moses Youlu hofft nun auf Investoren, die das marode Gebäude sanieren sollten. Bisher ist nichts geschehen, doch Moses wartet weiter.

Foto: Horand Knaup
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In diesem Raum war einst das Dachrestaurant untergebracht.

Foto: Horand Knaup
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Ende der achtziger Jahre, brach der Bürgerkrieg aus in Liberia, die Warlords Charles Taylor und Prince Johnson marschierten auf Monrovia zu und verwandelten eines der wohlhabendsten Länder Afrikas in ein Schlachthaus. Hunderttausende kamen ums Leben.

Foto: © Corinne Dufka / Reuters
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1997 wurde Charles Taylor zum Präsidenten gewählt, der Bürgerkrieg endete erst 2003. Am 4. Juni erhob das Internationale Kriegsverbrechertribunal Anklage gegen Taylor - wegen Kriegsverbrechen im Nachbarland Sierra Leona. Noch im selben Jahr trat er zurück und ging ins Exil nach Nigeria, wo er 2006 verhaftet wurde.

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
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Charles Taylor vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (2008) - ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter Mord, Vergewaltigung, Plünderung und die Rekrutierung von Kindersoldaten.

Foto: ? Michael Kooren / Reuters/ REUTERS
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Prince Johnson gilt als brutaler Ex-Rebellenführer. Seine Anhänger nahmen 1990 den damaligen liberianischen Staatschef Samuel Doe in Monrovia gefangen. Er wurde zu Tode gefoltert, seine Peiniger schnitten ihm vor laufenden Kameras die Ohren ab.

Foto: GEORGE OSODI/ ASSOCIATED PRESS
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