Monrovia Hoffnung in Ruinen
Moses Youlu bewacht das Hotel Intercontinental von Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Doch das Hotel verfällt seit Jahrzehnten, und beinahe ebenso lange hofft der selbst ernannte Wachmann auf ein besseres Leben - und darauf, dass er irgendwann seinen Job in dem Gebäude wiederbekommt.
Fünf stolze Sterne hatte das Hotel einst. Es hatte Tennisplätze, ein Konferenzzentrum und einen großen Pool, der heute vor sich hinrottet. Am Bassin wurden Hummer und Ananas serviert, Champagner und französischer Cognac.
Die Dachterrasse lässt nicht mehr erahnen, dass hier früher die bekannsten Staatschefs des Kontinents ein und aus gingen.
Die Hotelzimmer sind restlos geplündert. Es blieb nichts zurück, kein Regal, keine Lampe, keine Toilettenschüssel. Selbst die Aufzugschächte sind leer.
Das Intercontinental steht auf dem höchsten Punkt Monrovias, dem Ducor Hill, und war einst Magnet für die Hautevolee von ganz Westafrika. Die Gäste schätzten den wunderbaren Blick über das Meer.
An der Bar wurde vor mehr als 20 Jahren der letzte Champagner serviert. Moses Youlu hofft nun auf Investoren, die das marode Gebäude sanieren sollten. Bisher ist nichts geschehen, doch Moses wartet weiter.
In diesem Raum war einst das Dachrestaurant untergebracht.
Ende der achtziger Jahre, brach der Bürgerkrieg aus in Liberia, die Warlords Charles Taylor und Prince Johnson marschierten auf Monrovia zu und verwandelten eines der wohlhabendsten Länder Afrikas in ein Schlachthaus. Hunderttausende kamen ums Leben.
1997 wurde Charles Taylor zum Präsidenten gewählt, der Bürgerkrieg endete erst 2003. Am 4. Juni erhob das Internationale Kriegsverbrechertribunal Anklage gegen Taylor - wegen Kriegsverbrechen im Nachbarland Sierra Leona. Noch im selben Jahr trat er zurück und ging ins Exil nach Nigeria, wo er 2006 verhaftet wurde.
Charles Taylor vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (2008) - ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter Mord, Vergewaltigung, Plünderung und die Rekrutierung von Kindersoldaten.
Prince Johnson gilt als brutaler Ex-Rebellenführer. Seine Anhänger nahmen 1990 den damaligen liberianischen Staatschef Samuel Doe in Monrovia gefangen. Er wurde zu Tode gefoltert, seine Peiniger schnitten ihm vor laufenden Kameras die Ohren ab.