Montagsdemo Leipzig - DER SPIEGEL
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Meine erste Montagsdemo Mit weichen Knien zur Nicolaikirche

Auf die ersten Montagsdemos in Leipzig trauten sich nur wenige Menschen. Auch SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Holger Dambeck, damals 20-jähriger Student, hatte große Angst vor der Polizei. Doch am 2. Oktober 1989 reihte er sich ein in den Zug der Protestierer.
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Massenproteste:Auf dem heutigen Augustusplatz nahe der Nicolaikirche war an dem Abend des 2. Oktober 1989 kaum ein Durchkommen. Nach dem Friedensgebet in der Kirche demonstrierten mehr als 10.000 Menschen über den Ring um die Leipziger Innenstadt. Eine Woche später sollten es über 70.000 sein.

Die Aufnahme zeigt die Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-1023-022
Zum digitalen Bildarchiv des Bundesarchivs

Foto: Das Bundesarchiv/ Friedrich Gahlbeck
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Wehrdienstausweis des Autors: Vom November 1988 bis zum Juli 1989 war Holger Dambeck Soldat bei der Nationalen Volksarmee. "Ich hatte Glück, weil ich als künftiger Physikstudent nur neun Monate in die Kaserne musste", sagt er. "Die DDR benötigte damals dringend Naturwissenschaftler." Das Zusammentreffen mit jungen Bereitschaftspolizisten, die am 2. Oktober 1989 eine Kette am Leipziger Hauptbahnhof bildeten, war ein aufwühlendes Erlebnis. "Mir war klar, dass sie kaum freiwillig hier standen. Ich hätte durchaus einer von ihnen sein können, denn es waren Grundwehrdienstleistende wie ich selbst einer war."

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Pionierausweis: Wie fast alle Kinder in der DDR wurde Holger Dambeck in der ersten Klasse Pionier. "Ich war kein Oppositioneller", sagt er. "Ich hatte eine typische DDR-Kindheit und -Jugend: erst Pionier, dann FDJler, Abitur, Grundwehrdienst bei der NVA, Studienplatz in Leipzig. Doch spätestens mit der Perestroika von Gorbatschow und dem Verbot der sowjetischen Zeitschrift 'Sputnik' in der DDR war mir klar, dass sich in diesem Staat etwas ändern musste."

Foto: SPIEGEL ONLINE
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