Montagsdemos "Eine schrecklich nette Familie"
Abends zieht die Hamburger Montagsdemo durch die belebte Einkaufsmeile der Stadt. Am Mikrofon spricht Detlev Witte, der seit mehr als 20 Jahren arbeitslos ist und allein lebt. Deswegen ist die Demo für ihn eine "ganz schrecklich nette Familie". Die Forderungen der Montagsdemonstranten klingen ...
... utopisch: Sie wollen eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, kostenlose Bildung oder ein Gesundheitssystem ohne Zuzahlung. Manche träumen gar vom Sozialismus. Überall im Bundesgebiet protestieren immer noch Hartz-IV-Gegner in den Innenstädten. Die verstreuten Montagsdemonstranten versammelten sich ...
... zum gemeinsamen Protest in Berlin. Dort gingen sie am 8. November auf die Straße, um zu demonstrieren und musizieren. Auch die Hamburger zogen durch Berlin...
... während 5000 Menschen mit ihnen protestierten. Dafür reisten sie aus dem gesamten Bundesgebiet in die Hauptstadt - wie dieser Hartz-IV-Gegner aus Oldenburg. Vor vier Jahren...
... begannen die Proteste gegen die Agenda 2010 der Bundesregierung. Zehntausende gingen damals überall in Deutschland auf die Straße. Inzwischen sind nur noch einige übrig, die jeden Montag demonstrieren. Sie protestieren, ...
... ohne etwas zu bewirken. Dabei haben sie ein großes Vorbild - nämlich die Montagsdemos in der DDR, die im Herbst 1989 zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall beitrugen. Auch die damaligen Demonstranten riefen "Wir sind das Volk".