Mord an Theo van Gogh Der Tag, der Holland veränderte
Am Tatort: Der Mord an Theo van Gogh am 2. November 2004 erschütterte die gesamten Niederlande für Monate. Der Mörder und sein Opfer hatten in Amsterdam-West gewohnt, ein Stadtteil mit hohem Ausländeranteil und "schwarzen Schulen" ohne einen Schüler mit niederländischen Großeltern.
Filmregisseur van Gogh: Sein ausgeprägter Hang zur Provokation und sein Eintreten für absolute Redefreiheit kosteten den niederländischen Filmemacher Theo van Gogh das Leben. Ein radikaler Muslim tötete ihn am 2. November 2004 auf offener Straße, wenige Wochen nach der Ausstrahlung von van Goghs umstrittenem Kurzfillm "Submission", in dem er die Unterdrückung muslimischer Frauen geißelte.
Islamkritikerin Hirsi Ali: Die aus Somalia stammende rechtsliberale Politikerin Ayaan Hirsi Ali schrieb am Drehbuch für Theo van Goghs umstrittenen Kurzfilm "Submission" mit. Nach Drohungen wurde sie unter Polizeischutz gestellt, van Gogh nicht. Dessen Mörder heftete seinem Opfer eine Morddrohung gegen Hirsi Ali an die Brust.
Mörder Bouyeri: Theo van Goghs Mörder Mohammed Bouyeri wurde am 26. Juli 2005 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der damals 26-jährige Muslim hatte dem Regisseur am 2. November 2004 aufgelauert und ihn getötet. Bouyeri gestand die Tat vor Gericht und verzichtete auf eine Verteidigung.
Trauernde Stadt: Am Tatort in der Lineausstraat in Amsterdam legen schockierte Menschen nach dem Morde eines radikalen Muslims an dem Filmregisseur Theo van Gogh Blumen nieder. "Wer ist der nächste?", fragten niederländische Zeitungen nach der Tat.
Holland trauert: Nach dem Mord an Theo van Gogh, dem umstrittenen Filmemacher und tabulosen Gesellschaftskritiker, kommen am Abend des 2. November 2004 Hunderte von trauernden Amsterdamer Bürgern zusammen. Die Niederlande bleiben über Wochen im Schockzustand.
Anschlag auf Moschee: Ein Polizist untersucht den Brand einer Moschee im niederländischen Helden neun Tage nach dem Mord an Filmregisseur Theo van Gogh. Anschläge auf Kirchen, Moscheen und Schulen schockierten im November 2004 die Niederlande.
Regisseur van Gogh: Von seinen Freunden nur "der göttliche Dicke" genannt, propagierte der Filmemacher Theo van Gogh uneingeschränkte Meinungsfreiheit ohne Rücksicht auf Tabus oder Traditionen. Am 2. November 2004 bezahlte er für diese Haltung mit seinem Leben, als ihm ein radikaler Muslim auf dem Weg zur Arbeit auflauerte und ihn auf bestialische Weise tötete.
Rechtspopulist Fortuyn: Am 6. Mai 2002 wurde der niederländische Rechtspopulist Pim Fortuyn erschossen. Der letzte Film des 2004 ebenfalls ermordeten Regisseur Theo van Gogh widmete sich dem umstrittenen Politiker, der 2002 seine eigene Partei "Liste Pim Fortuyn" gegründet hatte. Nach dem Mord an van Gogh wurde Fortuyn im November 2004 in einer Fernsehsendung zum "größten Niederländer aller Zeiten" gewählt.
Trauerfeier für Theo van Gogh: Die Beerdigung des ermordeten Theo van Gogh eine Woche nach seinem Tod wurde von großer Anteilnahme begleitet. Sowohl Christen als auch Muslime appellierten an diesem Tag für ein Ende der Gewalt und der gegenseitigen Anfeindungen - doch das gesellschaftliche Kilma in den Niederlande kühlte in den folgenden Monaten und Jahren dramatisch ab.
Stadtoberhaupt Aboutaleb: Im Oktober 2008 wurde der Sozialdemokrat Ahmed Aboutaleb zum Bürgermeister der zweitgrößten Stadt der Niederlande gewählt - und ist damit das erste muslimische Stadtoberhaupt einer europäischen Metropole. Einen Namen machte der gebürtige Marokkaner sich, als er sich nach dem Mord an dem Filmregusseur Theo van Gogh im November 2004 für den Dialog zwischen Niederländen und Muslimen einsetzte.