Motorraddesigner Jens vom Brauck Klang und frei
Überzeugungstäter: Seit er 15 Jahre alt ist liebt Jens vom Brauck Motorräder. Seit zehn Jahren widmet sich der 42-Jährige seiner Leidenschaft hauptberuflich.
Weniger ist mehr: Vom Brauck geht es vor allem darum, die Maschinen zu entschlacken. Alles, was nicht gebraucht wird, fliegt vom Bike.
Auf Diät: Schwere Anbauteile wie Tacho, Lenker, Fußrasten, Griffe, Motorschutz, Reifen und Zündschloss werden von vom Brauck durch neue und leichte Teile ersetzt. Die Sitzbank wird schmaler, das Heck deutlich kürzer und die Felgen pulverbeschichtet.
Bei der Optik setzt Selfmade-Designer vom Brauck am liebsten die längst vergessene Philosophie der Scrambler-Maschinen um - das waren robuste Bikes für alle Wege mit höher gelegtem Auspuff, grobstolligen Reifen, kleinen Schutzblechen und kurzem Heck.
Komplett neu eingekleidet: Neue Seitenteile und Kotflügel sowie eine spezielle Lampenmaske, die vom Brauck manuell mit Modelliermasse anpasst und anschließend aus glasfaserverstärktem Kunststoff fertigen lässt, unterstreichen den minimalistischen Ansatz von vom Braucks Philosophie.
Nicht ganz billig: Bis zu sechs Wochen braucht vom Brauck für den Umbau einer Maschine - dann sind rund 8000 Euro fällig.
Mehr Power: Wer möchte, kann sich seine Maschine bei vom Brauck nicht nur optisch, sondern auch in Bezug auf die Leistung tunen lassen.
Öl-Film: Selfmade-Designer vom Brauck arbeitet nicht in einem sterilen Büro, sondern in einer klassischen, also dreckigen Werkstatt.
Globaler Hit: Nach Artikeln in internationalen Motorrad-Blogs wurde vom Brauck mit seinen eigenwilligen Kreationen zu einem kleinen Star - inzwischen bekommt er Aufträge von Motorradfans aus der ganzen Welt.
So sieht's aus: "Die meisten Hersteller haben mittlerweile vergessen, worum es beim Motorradfahren eigentlich geht", erklärt vom Brauck seine Philosophie von Motorrädern, für die sich immer mehr Menschen begeistern können. "Es geht um das Gefühl, den Sound, die Vibrationen der Maschine und nicht nur um Höchstgeschwindigkeit."
Genese: JvB, so das Kürzel von Jens vom Brauck, entwirft seine Maschinen am Computer, dann baut er sie. Der Traum von der besonderen Maschine beginnt bei ihm aber im Kopf, danach entstehen Skizzen und je nach Aufwand erste Modelle im Maßstab 1:12.
Klares Statement: Mit Autos kann der Wahl-Kölner nicht viel anfangen, wie dieser aus dem Kontext gerissene Werbeslogan einer Hamburger Biermarke beweist.