Mount Everest-Erstbesteiger Tensing Norgay - DER SPIEGEL
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Tensing Norgay "Vielleicht ist es Zeit, heimzukommen"

Sturz eines Denkmals: 1953 bestieg der Nepalese Tensing Norgay zusammen mit Edmund Hillary als erster Mensch den Gipfel des Mount Everest. Doch dann beging der neue Volksheld einen folgenschweren Fehler - und wurde von seinen Landsleuten beschimpft und bespuckt.
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Gefährten und Freunde: Tensing Norgay und Edmund Hillary, hier 1953 im Himalaya, verband nach ihrer gemeinsamen Erstbesteigung des Mount Everest am 29. Mai 1953 noch eine lebenslange Freundschaft. Hillary enthüllte unmittelbar nach Tensings Tod 1986 in Indien eine Statue für seinen Begleiter.

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Expeditionsmannschaft: Für die Mission der Erstbesteigung des höchsten Gipfels der Welt, die nach mehreren erfolglosen Versuchen nun endlich in die britische Geschichte eingehen sollte, hatte Oberst John Hunt, vorderste Reihe Mitte, ein großes Team zusammengestellt. Der zeitweise in Indien stationierte britische Offizier Hunt war nicht nur Leiter der Expedition, sondern auch selbst Bergsteiger. Im Snowdonia-Nationalpark, wo diese Aufnahme entstand, sollte sein Team vorab die Ausrüstung erproben.

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Gefallener Held: Der Sherpa Tensing Norgay, hier auf einer undatierten Aufnahme, wurde für die Erstbesteigung des Everest in seiner Heimat zunächst als Volksheld gefeiert - bis er ins indische Darjeeling auswanderte. Der indische Premier Pandit Nehru hatte den Bergsteiger mit einem lukrativen Jobangebot ins Land gelockt; Nepalesen verübelten Tensing das zeitlebens. Sie bespuckten ihn bei seiner Abreise am Flughafen und beschimpften ihn als Verräter.

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Vorbereitungen für den Gipfelsturm: Zwei Bergsteiger testen am 19. Januar 1953 eine Sauerstoffmaske für die geplante Erstbesteigung des Mount Everest. Für den Probelauf musste der nur rund 920 Meter hohe Tryfan im Snowdonia-Nationalpark in Wales herhalten.

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Filmreif: Als Hunts Expedition Mitte Mai 1953 Richtung Everest aufbrach, war auch Kameramann Thomas Stobart dabei. Aus seinen eindrucksvollen Aufnahmen des beschwerlichen Unternehmens entstand die Dokumentation "Die Bezwingung des Everest".

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Erster! Edmund Hillary und Tensing Norgay gelingt am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung. Nach diesem Erfolg beanspruchten die Nepalesen jedoch den Titel des Ersten auf dem Gipfel für ihren Sherpa. Als "Beweis" musste dieses Bild herhalten: Der Vermummte sei Tensing, denn der Sherpa habe gar nicht gewusst, wie man fotografiert; zudem gebe es nur Fußspuren einer Person. Doch die Expeditionsleitung sprach immer von einem gemeinsamen Erklimmen des Gipfels.

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Pioniere und Volkshelden: Die Bergsteiger Tensing Norgay und Edmund Hillary wurden 1953 nach ihrer spektakulären Erstbesteigung des Mount Everest in London gefeiert. In der britischen Hauptstadt traf die Meldung von dem Erfolg der Mission am Tag der Krönung von Elizabeth II. ein.

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Auf dem Dach der Welt: Das gewaltige Himalaya-Gebirge erhebt sich in dieser Szene aus der Dokumentation "Die Bezwingung des Everest" von 1953 imposant im Hintergrund. Man kann nur erahnen, welchen Naturgewalten die beiden Bergsteiger auf ihrem Weg auf den Gipfel augesetzt gewesen sein müssen.

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Schaut her! Edmund Hillary und Tensing Norgay zeigen sich am 26. Juni 1953 in der britischen Botschaft in Katmandu in der Ausrüstung, mit der sie einen Monat zuvor den höchsten Gipfel der Welt bezwungen hatten.

Erste Besteigungsversuche des Mount Everest hatte es bereits Anfang der zwanziger Jahre gegeben, doch erst Hillary und Norgay gelang die Bezwingung des Gipfels. Seitdem haben allerdings auch etliche Amateure und Touristen den einst so gefürchteten Gipfel erklommen - kürzlich sogar ein 80-jähriger Japaner.

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Edmund Hillary: Der in Neuseeland geborene Bergsteiger sitzt im Mai 1953 kurz vor der erfolgreichen Erstbesteigung des Mount Everest im Basis-Camp des Achttausenders

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Letzte Vorbereitungen: Am 17. März 1953 wiegen Sherpas am Fuße des Mount Everest vor dem Start der Hillary-Expedition Gepäckstücke, bevor diese auf die Träger aufgeteilt werden. Das Volk der Sherpa hat sich seit Generationen auf das Bergsteigen und Führen von Expeditionen spezialisiert.

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Hochdekorierte Gipfelstürmer: Der nepalesische König Tribhuvan verleiht Tensing Norgay und Edmund Hillary am 23. Juni 1953 in Kathmandu für die Besteigung des Everst die höchsten Orden seines Landes. Norgay trägt den Tara-Orden und Hillary den Ritterorden Gorkha Dakshina Bahu. Auch Queen Elizabeth II. ließ sich nicht lumpen, erhob Hillary und den britischen Expeditionsleiter Hunt in den Ritterstand und verlieh Tensing die George Medal für seinen besonderen Mut.

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Dem Berg verbunden: Sherpa Tensing Norgay, hier im Jahr 1953, war bereits in den dreißiger Jahren bei anderen Erstbesteigungsversuchen auf dem Mount Everest dabei gewesen. Bis heute erklommen auch zahlreiche Mitglieder seiner Familie, darunter ein Sohn und ein Enkel des bekannten Bergsteigers, den Riesen.

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Erfolgsteam: An einem Modell des Bergmassivs erläutern Edmund Hillary, John Hunt und Tensing Norgay am 3. Juli 1953 auf einer Pressekonferenz in London ihre erfolgreiche Mount-Everest-Besteigung. Die von Hunt geleitete Expedition war bereits die neunte unter britischer Flagge.

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Der Berg ruft: Am 4. August 1954 nimmt Tensing Norgay, (2. v. l.), mit weiteren Sherpas Unterricht in Schweizer Bergsteigemethoden an der Swiss Mountaineering School im Berner Oberland. Der Everest-Bezwinger will sein Wissen an professionelle Bergsteiger weitergeben, die er am Mountaineering Institute im indischen Darjeeling ausbildet.

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Jubiläumsfoto: Zusammen mit seiner dritten Frau Daku reiste Tensing Norgay im Mai 1973 nach London, um dort den 20. Jahrestag der erfolgreichen Erstbesteigung des Mount Everest zu feiern. Ihr Sohn Jamling bestieg den Everest zum 50. Jubiläum der Erstbesteigung seines Vaters im Jahr 2003 zusammen mit Hillarys Sohn Peter.

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Der "Kleine": Mit 8848 Metern ist der Mount Everest nicht nur der König im Himalaya-Gebirge, sondern der höchste Berg der Erde. Die Nepalesen nennen das Heiligtum "Stirn des Himmels". Tensing Norgay sprach hingegen stets zärtlich von dem "Kleinen", wenn er von dem Riesen redete.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?