Mitten in Urlaubssaison Griechenland feuert Müllmänner - Athen versinkt im Unrat
Eine Frau geht an einem Müllhaufen in der Hauptstadt Athen vorbei: 10.000 Mitarbeiter der griechischen Müllabfuhr protestieren mit einem Streik gegen ihre geplante Entlassung.
Die Mülleimer quellen über: Die Kürzungspläne laufen darauf hinaus, dass jeder Dritte der Angestellten der Müllabfuhr entlassen werden soll.
Die Regierung werfe "die Arbeiter in die Müllhalde", klagt der Generalsekretär der Gewerkschaft POE-OTA im Gespräch mit dem SPIEGEL.
Der Müllmänner-Streik könnte für Griechenland zu einem Problem werden: Das Land hofft eigentlich auf eine Rekordzahl Touristen in diesem Jahr.
Die Regierung sucht nach Möglichkeiten, die Müllberge in der Urlaubssaison loszuwerden: Sie erwägt, einige tausend Arbeiter für die Zeit von zwei Monaten einzustellen.
Der Vorteil: Für diese kurzfristige Maßnahme braucht die Regierung nicht das Einverständnis des Rechnungshofs.
Müllwerker verdienen nach Angaben der Gewerkschaft im Schnitt rund 700 Euro pro Monat.
Die Empörung über die drastischen Einschnitte ist auch in griechischen Medien groß: "Ab auf die Müllhalde der Arbeitslosigkeit", titelt die linkszentristische Zeitung "EtS".
Und "Eleftheria tou Typou" schreibt: "Plötzlicher Tod für 10.000 Arbeiter".