München 1972 Terror bei den Olympischen Spielen
Israels Olympiamannschaft zieht bei der Eröffnungsfeier am 26. August 1972 ins neue Stadion ein. Die Stimmung bei Athleten und Zuschauern ist beschwingt, schon bald ist das Motto von den "heiteren Spielen" geprägt.
Am 5. September, um 4 Uhr früh, dringen acht Palästinenser ins Olympische Dorf ein. Sie überfallen das Apartment Nr. 1 der israelischen Mannschaft und verbarrikadieren sich mit ihren Geiseln im Trakt der Israelis. Ihr Anführer nennt sich "Issa", arabisch für "Jesus".
Polizisten blicken auf das Apartment, in dem sich die Terroristen verschanzt haben. Zwei Athleten werden sofort getötet.
Zum ersten Mal wird die ganze Welt live am Fernseher Zeuge eines Terroraktes. Die Geiselnehmer fordern im Austausch für die gefangenen Athleten die Freilassung von 234 in Israel Inhaftierten sowie der in Stammheim einsitzenden RAF-Gründer Ulrike Meinhof und Andreas Baader.
Israel lehnt die Forderungen sofort ab, Deutschland signalisiert Verhandlungsbereitschaft. Der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher nimmt im Olympischen Dorf Kontakt zu den Terroristen auf.
Demonstranten am Olympiastadion fordern die Aussetzung der Wettkämpfe. Die Attentäter verlangen unterdessen, mit ihren Geiseln nach Kairo ausgeflogen zu werden. Zum Schein lässt man sich darauf ein. Sie werden um 22 Uhr mit zwei Hubschraubern zum Flughafen nach Fürstenfeldbruck gebracht.
Die geplante Befreiungsaktion in Fürstenfeldbruck endet mit einer Katastrophe: Alle Geiseln sterben, fünf der Terroristen werden erschossen, ein deutscher Polizist wird tödlich von einem Querschläger getroffen.
Trauerfeier im Münchner Olympiastadion. Die heitere Unschuld ist nicht nur den XX. Spielen, sie ist allen sportlichen Großereignissen für immer genommen.
Avery Brundage, Chef des IOC, prägt in seiner Traueransprache die Parole: "The games must go on!" Die drei überlebenden Terroristen, die in deutschen Gefängnissen einsitzen, werden später durch eine Flugzeugentführung freigepresst. Was aus ihnen wurde, ist bis heute unklar.
Ankie Spitzer, Witwe des israelischen Fechttrainers, in dem verwüsteten Apartment, wo sich die Geiselnahme abspielte. Israel reagierte unerbittlich, vergalt die Geiselnahme mit Jagdbomber-Einsätzen gegen Palästinenser, bei denen 200 Menschen starben. Außerdem wurde ein Killerkommando auf die überlebenden Täter und Drahtzieher angesetzt.