Muhammad Ali: Ein Champion kämpft - DER SPIEGEL
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Muhammad Ali Ein Champion kämpft

Boxlegende Muhammad Ali lag immer wieder im Krankenhaus. Seit Jahren gab es Gerüchte um den labilen Gesundheitszustand des Champions.
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Muhammad Ali im Jahr 2006: Damals wurde die Boxlegende mit einer leichten Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert.

Foto: ANDREAS MEIER/ REUTERS
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Alis Handschuhe aus dem "Kampf des Jahrhunderts" gegen Joe Frazier: 388.375 Dollar (umgerechnet etwa 290.000 Euro) waren sie einem anonymen Sammler wert.

Foto: REUTERS/ Heritage Auctions
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Muhammad Ali schaut sich den Super Bowl an: Dieses Bild verbreitete seine Ehefrau Lonnie von dem legendären Boxer im Jahr 2013, nachdem sein Bruder Alis Gesundheitszustand als labil beschrieben hatte. Das Foto zeigt Ali mit Fanartikeln der Baltimore Ravens.

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Im September 2012 erhielt Muhammad Ali in Philadelphia die Freiheitsmedaille. Ihm war seine Parkinson-Erkrankung anzusehen, er sprach nicht selbst.

Foto: Tim Shaffer / REUTERS
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Der Beginn einer einzigartigen Karriere: Bei den Olympischen Spielen 1960 in der italienischen Hauptstadt Rom gewann Ali im Alter von 18 Jahren die Goldmedaille, damals noch im Halbschwergewicht. Sein Name lautete damals noch Cassius Clay.

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Cassius Clay am Boden: Selbst der größte Boxer der Geschichte überstand nicht jeden Kampf unbeschadet. Hier schickte ihn der Brite Henry Cooper auf die Bretter. Am Ende gewann Clay dennoch - und zwar wie angekündigt in der fünften Runde. 1964 erklärte Clay seine Mitgliedschaft in der Nation of Islam und wählte Muhammad Ali als Namen.

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"Ich bin nicht der Größte, ich bin der Doppel-Größte", sagte Clay, "ich knocke sie nicht nur aus, sondern sage auch noch die Runde voraus."

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Der Blick voller Stolz, ein offenes Ohr für den Manager: Vor dem Titelkampf gegen Sonny Liston flüsterte Chris Dundee seinem Klienten Cassius Clay etwas zu. Dundees Bruder Angelo trainierte später den Boxer.

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1964 trat Clay gegen Liston an, hier ruht er sich während des Trainings in Miami aus. "Boxen ist, wenn viele Weiße dabei zusehen, wie sich zwei Schwarze gegenseitig verprügeln", sagte Clay einmal über die Machtverhältnisse im Boxsport.

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Im Kampf am 25. Februar 1964 nutzte Clay seine Chance: Als Außenseiter in den Ring gegangen, brachte er Liston zur Aufgabe in der siebten Runde und sicherte sich den Weltmeistertitel.

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Mit aufgerissenen Augen schrie er nach dem Sieg immer: "Ich bin der Größte! Ich bin der Größte!" Zwei Tage nach dem Kampf legte Cassius Clay seinen Namen ab. "Cassius Clay ist ein Sklavenname. Ich habe ihn nicht ausgesucht, und ich will ihn nicht", sagte er. Muhammad Ali war geboren, der sich zum islamischen Glauben bekannte.

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Ein Jahr später kam es zum Rückkampf in Lewiston im US-Staat Maine. Bereits nach 105 Sekunden in der ersten Runde krachte eine Rechte Alis an Listons Kopf, der Herausforderer ging zu Boden. "Steh auf, du Penner", forderte Ali Gegner Liston auf. Das Foto vom 25. Mai 1965 wurde eines der bekanntesten der Sportgeschichte.

Foto: John Rooney/ dapd
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Im April 1967 wurde Ali sein Schwergewichtstitel aberkannt, nachdem er sich in Zeiten des Vietnamkriegs geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. "Ich habe keinen Streit mit den Vietcong. Mich hat niemals ein Vietcong 'Nigger' genannt", so Ali.

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Kraft, Schnelligkeit, Eleganz: Ali machte Boxen zur Kunstform. "Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene. Seine Hände können nicht treffen, was seine Augen nicht sehen", war einer seiner legendären Sätze.

Foto: Matt Green/ Getty Images
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1971 kam es zum "Kampf des Jahrhunderts": Die beiden ungeschlagenen Weltmeister Ali und Joe Frazier trafen im März des Jahres im New Yorker Madison Square Garden aufeinander. "Joe Frazier ist so hässlich, dass seine Tränen beim Weinen nach oben krabbeln und über den Hinterkopf laufen", ätzte Ali gegen seinen Kontrahenten. Die Rache folgte prompt: Frazier siegte nach Punkten.

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Die große Rückkehr Alis sollte drei Jahre später folgen: In Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, war ein Kampf gegen George Foreman angesetzt, den K.-o.-König der damaligen Zeit.

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Von Beginn an schaffte es der 32-jährige Ali, die Einheimischen auf seine Seite zu ziehen und Foreman zum verhassten Gegner zu stilisieren. Das Geld zum "Rumble in the Jungle" kam größtenteils von Diktator Mobutu Sese Seko.

Foto: HORST FAAS/ ASSOCIATED PRESS
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Nach aggresivem Beginn - Ali deckte Foreman mit Schlägen ein - änderte der Herausforderer im WM-Fight die Taktik. Ali ließ den jüngeren Weltmeister walten und steckte reihenweise Treffer ein. Immer wieder rief Ali Foreman zu: "Ist das alles, George?!" Ende der achten Runde ging Foreman nach einer Reihe von Kopftreffern K.o., Ali war wieder Weltmeister.

Foto: RED/ ASSOCIATED PRESS
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Auf den "Rumble in the Jungle" folgte der "Thrilla in Manila", in der Hauptstadt der Philippinen. Bei einer Pressekonferenz in New York eröffnete Ali den verbalen Kampf gegen Joe Frazier.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Als es dann am 1. Oktober 1975 in den Ring ging, entwickelte sich einer der dramatischsten Kämpfe der Schwergewicht-Geschichte.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Beide Boxer landeten zahlreiche Wirkungstreffer, das schwüle Klima in Manila zehrte zusätzlich an den Kräften der Athleten.

Foto: United Press International (UPI)/ dpa
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In dieser Szene landete Ali einen schweren Treffer am Kopf Fraziers. "Es wird ein Killer, ein Chiller und ein Thriller, wenn ich mir den Gorilla schnappe in Manila", hatte Ali angekündigt - vor der letzten Runde warf Fraziers Team das Handtuch, Ali siegte - und erlitt kurz darauf einen Kreislaufkollaps. 1978 beendete er dann seine Karriere, nachdem er sich gegen Leon Spinks seinen WM-Gürtel zurückgeholt hatte. Comeback-Versuche 1980 und 1981 scheiterten kläglich.

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1984 wurde das Parkinson-Syndrom bei Ali diagnostiziert. Der ehemalige Champion zog sich immer mehr zurück, bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta entzündete er als Überraschungsgast das Feuer.

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Ali hat insgesamt drei Kinder, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1972.

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Unter anderem war Ali mit Veronica Porsche verheiratet. Doch die Ehe ging in die Brüche. "Mein härtester Kampf war der gegen meine erste Ehefrau", sagte Ali später. 1985 heiratete er Lonnie Williams, bis heute sind sie ein Paar.

Foto: Anonymous/ AP
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