Nachfolgedebatte Kandidaten für IWF-Chefposten
Um seinen Posten geht es: Bisher steht Dominique Strauss-Kahn dem Internationalen Währungsfonds vor. Nach den Vergewaltigungsvorwürfen in den USA sitzt der Franzose derzeit jedoch in Untersuchungshaft. Nun werden Forderungen nach seiner Ablösung laut, unter anderem von US-Finanzminister Timothy Geithner. Zahlreiche Kandidaten für die Nachfolge stehen schon bereit.
Stellvertreter von Strauss-Kahn: Der Amerikaner John Lipsky ist nun geschäftsführender IWF-Direktor. Er hat allerdings angekündigt, den Währungsfonds im August zu verlassen. Dann endet nach fünf Jahren auch seine Amtszeit.
Top-Kandidatin der Europäer: Die französische Finanzministerin Christine Lagarde
Peer Steinbrück: Auch der deutsche Ex-Finanzminister wäre ein Signal, an der bestehenden Machtverteilung zwischen Amerikanern und Europäern festzuhalten. Er hatte sich kürzlich allerdings für eine SPD-Kanzlerkandidatur ins Spiel gebracht.
Gordon Brown: Der ehemalige britische Premierminister hat sich selbst ins Spiel gebracht. Doch sein Nachfolger David Cameron hat sich bereits gegen ihn ausgesprochen. Browns Chancen dürften daher marginal sein.
Angel Gurria: Der mexikanische OECD-Chef gilt als möglicher Kandidat einer außereuropäischen Allianz.
Auch zwei Inder haben Chancen: Montek S. Ahluwalia, der Vizechef der indischen Planungskommission und Shri Sridhar, Geschäftsführer der indischen Zentralbank
Kandidat aus der Türkei: Kemal Dervis, Ex-Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen
Mexikanischer Notenbankchef: Auch Agustin Carstens wird immer wieder gehandelt.
Kandidat aus Südafrika: Ex-Finanzminister Trevor Manuel
Vom FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler ins Spiel gebracht: Ex-Bundesbanker Axel Weber. Er galt lange Zeit als Kandidat der Kanzlerin für die Europäische Zentralbank. Sein überraschender Rückzug vom Chefposten der Bundesbank in diesem Frühjahr düpierte die Koalition. Er dürfte wohl kaum Chancen haben - wenn er überhaupt wollte.