Nachruf auf Albert Speer junior - DER SPIEGEL
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Albert Speer junior "In Probleme richtig reinkien"

Mit Albert Speer junior ist ein Architekt gestorben, der lange darunter litt, Sohn des "Architekten des Teufels" zu sein. Nachruf auf einen, der sich dennoch ebenfalls dem Stadtbau verschrieb - und dem es dabei um Ganzheitlichkeit ging.
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Dem "Architekt des Teufels" und, mehr noch, Rüstungsminister des Dritten Reiches gelang es bei den Nürnberger Prozessen als einzigem Hauptangeklagten, durch Reue und Einsicht dem Galgen zu entkommen. Hier zu sehen: Speer junior 1966 auf einer Bauschau in Bonn. Schon in den Sechzigerjahren eröffnete er sein erstes Architekturbüro in Frankfurt am Main.

Foto: Wolfgang Weihs/ dpa
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Albert Speer senior (zweiter v. links): Nach 20 Jahren in Haft wurde er entlassen und starb 1981 in London. Von den Ansichten und Verbrechen seines Vaters grenzte sich Speer junior im Laufe seines Lebens immer wieder deutlich ab.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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"Mein Beruf ist der Gegenentwurf zu seinem", sagte der Sohn über den Vater. "Er war Architekt, ich bin Stadtplaner. Er hat sich für Ästhetik interessiert, für mich ist die Komplexität der Stadt als politisches und ökonomisches Gemeinwesen viel bedeutsamer." In seiner Wahlheimat Frankfurt entwarf Speer junior auch den Baseler Platz (Foto). Auch in anderen Städten entwarf er neue Wohnquartiere und plante Flächennutzungen.

Foto: Roland Holschneider/ picture alliance / dpa
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Ganz besonders prägte er allerdings Frankfurt, hier die Bankenskyline im Europaviertel.

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Auch in den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt war das Büro Speer involviert: Es hat den Bau im Wesentlichen technisch und organisatorisch realisiert. Entworfen wurde sie von den Wiener Architekten Coop Himmel(b)lau.

Foto: Arne Dedert/ dpa
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Auch am neuen Nachwuchszentrum des FC Bayern München, welches erst kürzlich eröffnet wurde, wirkte Speer junior mit.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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Im Gegensatz zu seinem Vater wirkte Speer junior an fast allen Orten der Erde. Für Katar entwarf sein Architekturbüro Fußballstadien - das Projekt entwickelte sich in der Öffentlichkeit aber zum Bumerang. Dieser Speer, hieß es, baut wirklich gerne für Diktaturen.

Foto: Getty Images/ Qatar 2022/ HH Vision
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Speer, so die Erzählung, war am Ende doch noch in die Fußspuren seines Vaters geraten. "Wir helfen, das Umfeld von Menschen zu verbessern", sagte er zu den Vorwürfen im Interview: "Politik machen wir nicht. Die Unterscheidung von Demokratien und Nichtdemokratien berührt auch nicht das Grundproblem der heutigen Stadtplanung". Seine Aufgabe sei es, die Probleme der Urbanisierung zu lösen und das "Umfeld der Menschen zu verbessern".

Foto: Boris Roessler/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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