Nachtschicht Mit dem Pizza-Express durch Dunkelberlin
Was für Leute sind das, die regelmäßig nachts arbeiten? Reporter Christian Fuchs hat sie
bei der Arbeit besucht - mit dem Pizza-Taxi.
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Nachts im Ministerium: Während um Mitternacht noch ein Bürolicht im
Arbeitsministerium brennt, spielen die Sicherheitsleute im
Eingangsbereich Würfeln.
Schichtbeginn im "Reingold": Barchef Tino Hiller mixt seinen ersten Mojito des Abends.
Es läuft Swing der Zwanziger Jahre, golden schimmert der Tresen in der Berliner Edel-Bar "Reingold".
Tino Hillers Job endet, wenn seine Freunde sich gerade aus dem Bett quälen. Der 30-Jährige war vergangenes Jahr als bester Nachwuchs-Barmann im deutschsprachigen Raum nominiert.
"Callapizzaberlinmittehallo?" Wenn Cem Eyili sich am Bestelltelefon meldet, könnte das auch Türkisch sein. Ab 20 Uhr steht das Telefon nicht mehr still.
Cem Eyili (l.) und Adem Ginar (r.) versorgen die Berliner mit Pizza, Pasta und Eis - ihre Filiale beliefert hungrige Nachtarbeiter am längsten.
Schichtleiter Cem Eyili am Pizzaofen: In einer Nacht bringen seine Fahrer bis zu 100 Essen an die hungrige Kundschaft.
Geheimnisse im Hinterhof: Auch die Mitglieder des Chaos Computer Clubs bekommen Hunger. Über ihre Nachtarbeit wollen sie lieber nicht sprechen.
Nachtschicht als Bühnenarbeiter im Friedrichstadtpalast: Künstler und Clubbetreiber Thomas Fuchs schuftet nachts, um seine Mietschulden zu bezahlen.
Ein Uhr nachts in der Berliner Charité: Die Nachtschwestern Patricia Tscheschlog (l.) und Kristin Ohmeyer beim Bearbeiten der Patientenakten.
Während eine todkranke Patientin aus dem Nachbarraum schreit und das Radio dudelt, versuchen die beiden Schwestern, sich auf ihre Schreibarbeit zu konzentrieren - die Pizzen werden in der Zwischenzeit kalt.
Betten mit blutigen Laken sammeln sich vor den Fahrstühlen in der 13. Etage der Charité. Die Schwestern kommen nicht dazu, sie wegzubringen - zu stressig ist ihre Schicht.