Nacktmulle: Leben ohne Sauerstoff - DER SPIEGEL
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Nacktmulle Hässlich, aber oho

Jedes andere Säugetier wäre längst hirntot. Nacktmulle überleben mehr als eine Viertelstunde ohne Sauerstoff. Dabei verfallen sie in eine Art Winterschlaf - und stehen danach auf, als ob nichts war.
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Schön sind Nacktmulle nicht, dafür können sie einiges. Zur Kommunikation nutzen sie fast 20 unterschiedliche Laute, die mitunter an Vogelgezwitscher erinnern.

Foto: Thomas Park/ UIC
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Nacktmulle sind gesellige Tiere. In ihrem natürlichen Lebensraum, in unterirdischen Tunnelsystemen in den Halbwüsten Ostafrikas, leben sie in einer Gemeinschaft von bis zu 300 Tieren. Hier kuschelt eine Gruppe im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin.

Foto: Roland Gockel
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Gary Lewin und Kollegen erforschen hier unter anderem, warum Nacktmulle so alt werden. Mit knapp 30 Jahren erreichen die Tiere ein Alter, das ein Vielfaches über dem vergleichbar großer Nagetiere wie Ratten oder Mäuse liegt.

Foto: Roland Gockel
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Zuletzt fanden die Forscher heraus, dass die Nager bei extrem geringen Sauerstoffkonzentrationen überleben.

Foto: Roland Gockel
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Menschen benötigen mindestens zehn Prozent Sauerstoff in der Atemluft. Nacktmulle überleben dagegen mehrere Stunden bei fünf Prozent Sauerstoff und einem hohen Anteil Kohlenstoffdioxid. Bis zu 18 Minuten halten die Tiere ganz ohne Sauerstoff aus. Ein Mensch wäre in der Zeit längt erstickt.

Foto: Roland Gockel
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Statt Traubenzucker (Glucose) nutzen die Tiere bei Sauerstoffmangel Fruchtzucker (Fruktose) und Haushaltszucker (Saccharose) als Energielieferant für ihre Hirnzellen. In dieser Zeit verringert sich ihr Herzschlag und sie liegen in einer Art Winterschlaf. Ist wieder genug Sauerstoff verfügbar, machen sie weiter, als ob nichts gewesen wäre.

Foto: Jane Reznick/Gary Lewin/ MDC
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Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, ob man auch menschliche Hirnzellen dazu bringen kann, aus Frucht- und Haushaltszucker Energie zu gewinnen. Das könnte vor Schäden bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen.

Foto: Roland Gockel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?