Nadija Sawtschenko Rückkehr einer Symbolfigur
Seit anderthalb Jahren saß die ukrainische Soldatin Nadija Sawtschenko in russischer Haft. Jetzt ist sie in ihre Heimat zurückgebracht worden.
Anfang April hatte ein Gericht in der südrussischen Kleinstadt Donezk die 35-Jährige des Mordes schuldig gesprochen und zu 22 Jahren Haft verurteilt.
Moskau stellte Sawtschenko als kaltblütige Mörderin dar, die schuld sei am Tod russischer Reporter. Die von der Anklage vorgebrachten Beweise konnten die meisten Prozessbeobachter nicht überzeugen. Der Prozess gegen die Ukrainerin ist international massiv kritisiert worden.
In Kiew wurde Sawtschenko am Mittwoch gegen zwei mutmaßliche russische Soldaten ausgetauscht, die in der Ukraine gefangen genommen worden waren.
Jewgenij Jerofejew und Alexander Alexandrow wird vorgeworfen, im Frühjahr 2014 im Bürgerkrieg auf der Seite prorussischer Separatisten gekämpft zu haben.
Unter ehemaligen Kameraden ist Sawtschenko - hier vor Gericht im März 2015 - umstritten. Während ihrer Armeezeit war sie Teil des ukrainischen Kontingents im Irak. Zwei ihrer damaligen Kameraden sagen, sie sei als aggressiv aufgefallen, habe "kaum erwarten können, endlich rumzuballern". Ihr Spitzname damals: Kugel.
Das Schicksal von Sawtschenko war immer wieder Thema von Krisengesprächen westlicher Politiker mit Präsident Wladimir Putin. Poroschenko hatte ihrer Heimkehr hohe Priorität eingeräumt.