Fish River Canyon in Namibia Furche in der Wüste
Symphonie in Rot und Braun: In Millionen Jahren hat sich der Fish River in die namibische Erdkruste gefräst. Das Ergebnis: der zweitgrößte Canyon der Welt.
Wer die bis zu 500 Meter tiefe Schlucht durchwandern will, muss sich auf einen vier- bis fünftägigen Marsch einstellen und sollte früh reservieren - die Route ist bei vielen Touristen beliebt. Die Nationalparkverwaltung lässt aber nur maximal 40 Menschen auf einmal in den Canyon hinein.
Nach dem Abstieg warten feine Sandbänke, spektakuläre Aussichten und absolute Abgeschiedenheit.
Hier sind normalerweise nur Wanderer unterwegs, jede Ecke taugt als Nachtlager.
Auf vielen Abschnitten versperren mannshohe Felsbrocken den Weg. Diese zu überqueren, macht durstig. Erik, einer der beiden Begleiter unseres Autoren, sieht zwischen den riesigen Felsen winzig aus.
Für Fotografen ist die Wanderung Herausforderung und Genuss: Wer die schwere Ausrüstung über 90 Kilometer schleppt, wird mit Bilderbuchmotiven belohnt.
Lebenszeichen: Die meisten Wanderer hinterlassen im Canyon keine Spuren - außer ein paar angehäuften Steinen.
Im Canyon leben ein paar Dutzend Wildpferde. In den Siebzigerjahren büchsten sie von einer nahe gelegen Farm aus - und wurden nie wieder eingefangen.
Außer den Pferden gibt es auch zahlreiche Antilopen, Leoparden und Affen im Canyon. Ob diese Antilope einem Leoparden zum Opfer fiel?
An manchen Stellen dehnt sich der Canyon auf eine Breite von bis zu 30 Kilometern aus. Erik und Eivind beratschlagen, was wohl der kürzeste Weg ist.
Wenn morgens die Sonne hinter den Canyon-Wänden auftaucht, schimmert der Fluss für kurze Zeit violett und orange.
Weil ein Zelt zu viel wiegt, schlafen die meisten Wanderer unter freiem Himmel. Das kann unter dem Sternenhimmel ziemlich romantisch sein - ist aber auch bitterkalt. Im namibischen Winter sinkt die Temperatur nachts oft unter fünf Grad Celsius.
Kalt - und krabbelig: Diese Riesenkäfer sehen die menschlichen Eindringlinge in ihr Revier nicht wirklich gern. Wer nicht aufpasst, wacht morgens mit einem neuen Mitbewohner im Schlafsack auf.
Balanceakt: Manchmal besteht das Flussbett kilometerlang aus nichts anderem als handballgroßen Steinen. Daneben sollte man lieber nicht treten. Wer sich im Canyon verletzt, kommt nur noch per Luftrettung wieder heraus.