Lausbubenstreich Zähne, Klauen, Plastik
Bigfoot: Seemannsgarn, dachten die meisten Bewohner der amerikanischen Atlantikinsel Nantucket, als sie im Sommer 1937 die Inselpostille "Nantucket Inquirer & Mirror" lasen: Ein "grünes Seemonster" wollte der Fischer Bill Manville gesehen haben. Doch bald darauf wurden gewaltige Fußspuren an den Stränden der Insel entdeckt.
Godzilla, oder was? Selbst Wissenschaftler waren ratlos, welche Meereskreatur da Landgänge auf Nantucket unternahm. Jeder Abdruck maß eine Länge von mehr als einem Meter. "Kein Meeressäuger kann die Spuren hinterlassen haben", befand William Reid Blair von der New Yorker Zoologischen Gesellschaft beim Betrachten der Fotos.
Treibgut: Schließlich trieb das Seemonster tatsächlich vor aller Augen auf der Insel an.
Großmaul: Furcht hatte allerdings niemand mehr, nachdem die Inselbewohner das Biest genauer in Augenschein genommen hatten. Das Ungeheuer war in Wirklichkeit ein riesiger Ballon.
Heroisch: Die Landung avancierte zum Volksfest. Kinder ließen sich vor dem Schlund des Seemonsters fotografieren. Besonders glücklich sahen sie dabei allerdings nicht aus.
Nur die ganz Mutigen fassten das Wesen auch an.
Lausbube: Zufrieden mit dem Erfolg seiner Aktion war der Schöpfer des Meeresungeheuers. Der Ballonkünstler Anthony "Tony" Frederick Sarg (Mitte, mit Hut) hatte das Vieh entworfen. Sarg war außerdem ein populärer Puppenspieler und Illustrator. Bei seinem Streich hatte ihn der "Nantucket Inquirer & Mirror" unterstützt.
Ehrengast: Einige Monate später machte das Seemonster von Nantucket sogar New York City unsicher. Bei der traditionellen Parade zu Thanksgiving des Kaufhauses Macy's "marschierte" das Ungeheuer 1937 mit.
Beißerchen: Genau wie die Insulaner waren auch die New Yorker von den Details...
...des Seemonsters begeistert. Das ganz Vieh maß mehr als 30 Meter,...
...die Reißzähne waren länger als ein Männerbein.
Trotz seiner Ausmaße war das Ballonwesen natürlich ein Leichtgewicht. Und musste gegen den Wind gesichert werden.