Nasa-Sonde "Pioneer 10" Sie flog und flog und flog...
"Pioneer 10": Die Illustration zeigt die Nasa-Sonde beim Passieren des Mondes. Der unbemannte Flugkörper wurde am 2. März 1972 ins All geschossen.
Grüß Gott, liebe Aliens! An den Nasa-Sonden "Pioneer 10" und "Pioneer 11" war jeweils eine solche Plakette angebracht. Sie beschrieb unser Sonnensystem und zeigte außerdem zwei unbekleidete Exemplare der Gattung Mensch - eine Frau und einen Mann, der mit seiner schüchtern zum Gruß erhobenen Hand auf mögliche Außerirdische höflich und friedlich wirken soll.
Letzte Vorbereitungen: "Pioneer 10" wird Anfang 1972 im Kennedy Space Center auf Merritt Island, Florida, für den Start im Frühjahr vorbereitet. In der Bildmitte ist eine goldene Plakette zu sehen, auf der die Nasa grundlegende Informationen über die Menschen und die Lage der Erde eingraviert hat - falls die Sonde einmal von außerirdischer Intelligenz entdeckt werden sollte.
Erste Bilder vom Gasriesen: Am 4. Dezember 1973 sendete "Pioneer 10" diese Aufnahmen des Jupiters. Gleichzeitig entdeckte und vermaß die Sonde das Magnetfeld des größten Planeten unseres Sonnensystems und erstellte eine thermische Karte des fernen Giganten.
Verschollen: Nachdem das letzte Signal der Sonde Anfang 2003 abgefangen worden war, gelang es den Forschern nicht, erneut Kontakt aufzunehmen.
Über den Verbleib von "Pioneer 10" in den Weiten des Universums rätselte nun nicht mehr nur die Wissenschaft. Die "Bild"-Zeitung gab in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 2003 einem martialischen Außerirdischen die Schuld am Verschwinden der Sonde.
Bauplan des Erfolgs: Die Illustration zeigt den technischen Aufbau von "Pioneer 10". Die zuverlässigste aller Nasa-Sonden hatte lediglich zwölf Messinstrumente an Bord, die zusammen nur 30 Kilogramm wogen. Sie konnte selbst aus Milliarden Kilometern Entfernung noch Funksignale von der Erde empfangen und mit einer recht schmalbrüstigen Anlage zurücksenden. Das letzte, extrem schwache Signal von "Pioneer 10" wurde im Jahr 2003 empfangen - 31 Jahre nach dem Start der Sonde.
Postkarte ans All: Die mit einer Goldschicht überzogene Aluminiumplakette, hier am 25. Februar 1972 kurz vor dem Start von "Pioneer 10", wurde so an der Sonde befestigt, dass sie möglichst vor Erosion durch interstellaren Staub geschützt ist.
Unter Beobachtung: Zwei Nasa-Techniker überwachen 1973 im Kontrollraum von "Pioneer 10" den Flug der Sonde. Im Januar 2003 empfing eine der riesigen Satellitenschüsseln des Deep Space Network der Nasa das letzte Signal der dienstältesten Sonde - 31 Jahre nach ihrem Start und aus etwa zwölf Milliarden Kilometern Entfernung.
Reise ins Ungewisse: Eine "Pioneer"-Sonde am äußeren Rand des Sonnensystems - aus der Sicht eines Künstlers.
Am 13. Juni 1983 verließ "Pioneer 10" als erster künstlicher Flugkörper unser Sonnensystem. Wissenschaftler schätzen, dass die Sonde heute etwa 30.000 Jahre vom nächsten Stern entfernt ist.
Bilder vom Saturn: 1997 gelang "Pioneer 11", die ein Jahr später als "Pioneer 10" gestartet war, spektakuläre Aufnahmen des Gasriesen.