"National Geographic" Nackte ja - nur keine Weißen
Unterwasserbegegnung: Ein Taucher und ein Südkaper beäugen sich in den Tiefen des Südpazifiks. Südkaper gehören zu der Familie der Glattwale. Sie erreichen eine Länge von 18 Metern und ein Gewicht von 80 Tonnen. Der Fotograf Brian Skerry fotografierte diese Begegnung vor den Aucklandinseln.
Die Stunde der Entstehung: Die Gründung der National Geographic Society fand am 13. Januar 1888 im Washingtoner "Cosmos Club" statt, hier 1963 künstlerisch nachempfunden vom Maler Stanley Meltzoff. Der Anwalt und Wissenschaftsmäzen Gardiner Greene Hubbard wurde drei Wochen nach dieser Versammlung zum Präsidenten der Vereinigung gewählt. Forschern und Abenteurern wird noch heute die nach ihm benannte Hubbard-Medaille verliehen.
Immer höher hinaus: Am 11. November 1935 wird der Stratosphärenballon "Explorer II" in der Stratobowl bei Rapid City, South Dakota, auf den Start vorbereitet. Der Ballonsatellit der National Geographic Society erreichte eine Rekordhöhe von über 22.000 Metern.
Risiko-Fotografie: Der Meeresbiologe William Longley und der Fotograf Charles Martin machten 1926 im flachen Wasser um die Koralleninseln Dry Tortugas die ersten Unterwasser-Farbfotografien mit einer wasserdichten Kamera. Um genügend Licht für die Aufnahmen im Wasser zu haben, entzündeten sie ein mit Sprengpulver versehenes Floß an der Wasseroberfläche. Die Aufnahmen wurden erstmals im Januar 1927 in "National Geographic" veröffentlicht.
Rastloser Erfinder: Nach dem Tod Hubbards 1897 wurde die Leitung der National Geographic Society von seinem Schwiegersohn Alexander Graham Bell übernommen. Neben seinem Interesse für Kommunikationstechnik begeisterte Bell sich auch für die Luftfahrt. Gemeinsam mit anderen Ingenieuren gründete er 1907 die "Aerial Experiment Association". Das Magazin "National Geographic" zeigte diese Testflugaufnahme eines von Alexander Graham Bell entwickelten Fluggeräts im Juli 1908.
Einblicke in fremde Regionen: Mit Speer, Gewehr und Machete gehen die Huaorani-Männer Minihua Huani, links, und Omayuhue Baihua auf die Jagd, um ihre Familien mit Fleisch zu versorgen. Die Huaorani leben abgeschieden in den Regenwäldern des Amazonasbeckens, dem Territorium ihrer Ahnen, zwischen den Flüssen Napo und Curaray im Osten von Ecuador.
Gesponsorte Expedition: Die Flagge der National Gegraphic Society weht 1937 auf einer Art Arche Noah, der "M.S. Silverash". Das Schiff bringt die Forscher nach Ostindien, um Tiere für den amerikanischen Nationalzoo nördlich von Washington holen.
Tier-Filmer: Der Kaiserpinguin trägt eine "Crittercam" auf dem Rücken, die vom Meeresbiologen Greg Marshall entwickelt worden war, um die Lebenswelt von Tieren durch sie selbst dokumentieren zu lassen. Die Idee zur "Crittercam" hatte Marshall, als er 1986 beim Tauchen einen Schiffshalter beobachtete, der sich an einen Hai geheftet hatte. Marshall hatte sich die einmalige Perspektive des Fisches vorgestellt und daraufhin mit dem Bau der Kamera begonnen.
Riesenbirne: Mehr als 15 Jahrhunderte lagen die kolossalen Köpfe aus Stein im Verborgenen. Die Artefakte der Olmekenkultur wurden vom Ethnologen Matthew Stirling entdeckt, der ab 1938 acht Expeditionen der National Geographic Society in Tabasco und Veracruz, Mexiko, leitete.
Die Erstausgabe: Das "National Geographic Magazine" erschien erstmals im Oktober 1888, neun Monate nach der Gründung der National Geographic Society. Mit dem rot-braunen Einband und seinen trockenen, bildlosen Fachartikeln hatte das Heft allerdings nicht lange Bestand: Schon 1910 waren 24 Seiten im Magazin mit Fotografien bestückt. Mittlerweile erscheint die Zeitschrift - mit gelbem Rahmen als Markenzeichen - in 25 Sprachen. Die erste deutschsprachige Ausgabe erschien 1999.
Mondlandung: Der Astronaut Buzz Aldrin spaziert am 21. Juli 1969 durch das Mare Tranquillitatis auf dem Mond. Sein Visier reflektiert Neil Armstrong und die Mondlandefähre "Eagle". Die "Apollo-11"-Astronauten hissten unter anderem auch die Flagge der National Geographic Society bei der ersten Mondlandung.
Erfolgskonzept: Eine Tigerin im Bandhavgarh-Nationalpark, Indien, aktiviert den Selbstauslöser der Kamerafalle von Fotograf Michael Nichols - dank einmaliger Aufnahmen, weltweiten Expeditionen und technischem Erfindungsreichtum entwickelte sich "National Geographic" in den vergangenen 125 Jahren zum bekanntesten Fotoreportage-Magazin der Welt.
Eisige Höhe: Am 2. Februar 2011 gelang Alpinist Cory Richards und seinen beiden Teamkollegen Simone Moro und Denis Urubko die erste Winterbesteigung des 8035 Meter hohen Gipfels des Gasherbrum II im Karakorum. Normalerweise werden für Besteigungen von Gipfeln in diesen Höhen die Sommermonate genutzt. Das Foto seiner Teamkollegen auf den letzten Metern wurde von Richards selbst gemacht.
Verschwommene Lichter: Bruce Dales Aufnahme einer Lockheed Tristar im Autopilotflug aus dem Jahr 1977 fasste eine ehrgeizige Ära der Technikbegeisterung zusammen. Die Kamera wurde an der Heckflosse des Flugzeugs befestigt und nahm dessen Bewegung mit einer langenen Belichtungszeit auf.
Zur Dämmerung erwacht: Für gewöhnlich klettern Löwen zum Schlafen nicht auf Bäume, doch die Löwen im Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda sind für ihre Nickerchen in den Bäumen bekannt. Dem Fotograf Joel Sartore gelingt es 2011, dieses Männchen beim Aufwachen in einer Baumkrone zu erwischen. Die Aufnahme schaffte es unter die "Top 10 Photos of the year" von "National Geographic".
Verrostetes Bug einer Legende: Im Juni 1985, 73 Jahre nach dem Untergang der Titanic, wurde das Wrack von dem Unterwasserarchäologen Robert Ballard gefunden. 2004 schickte er das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug "Hercules" an die Fundstelle, um die Folgen der Plünderung seit seiner Entdeckung zu dokumentieren. Er setzte sich bei den Behörden dafür ein, die Ruhe der Toten zu schützen. Die dabei entstandenen Fotografien wurden von "National Geographic" veröffentlicht.
Rührende Tierwelt: Eine Begegnung der Forscherin Jane Goodall mit dem neugeborenen Schimpansenbaby Flint im Gombe-Stream-Nationalpark, 1964. Acht Jahre später starb der Schimpanse, weil er unter dem Tod seiner Mutter litt und sich von der Schimpansengruppe im Park entfernt hatte.
Tragische Aufnahmen: Männer im blauen Schutzanzug beseitigen die Schäden, die ausgelaufenes Öl der Firma Texaco 1976 in Ecuador anrichtete. Der Job bringt ihnen zwar 350 Euro im Monat ein, schadet aber ihrer Gesundheit. Erst 80 Jahre nach Entstehung des Magazins fanden auch unschöne Themen wie Umweltverschmutzung und politische Konflikte ihren Platz in "National Geographic". Zuvor galt Grosvenors Devise: "Über Länder und Leute wird nur Freundliches gedruckt."
Grabsuche im Galopp: Der Wissenschaftler Albert Yu-Min Lin galoppiert durch die Nordmongolei, wo er nach Dschingis Khans Grab sucht. Er und sein Team setzten dabei zum Schutz der Region ausschließlich auf zerstörungsfreie Untersuchungsmedthoden, was ihm die Auszeichnung "2010 Readers Choice Adventurer of the Year" des Magazins einbrachte.