Nazis in den USA Teufelspakt mit Hitlers Schergen
Der "Nazi-Jäger": Eli Rosenbaum, seit 1995 Direktor des Office of Special Investigations (OSI), in seinem Büro in Washington D.C. vor einer Europakarte, auf der eingezeichnet ist, wo die Nazis Gräueltaten begangen haben. Seit mehr als drei Jahrzehnten geht das OSI gegen Kriegsverbrecher vor.
Josef Mengele: Der "Rassenhygieniker" und spätere KZ-Arzt Josef Mengele während seiner Zeit am Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt am Main. Das OSI half Mitte der achtziger Jahre, den Leichnam Mengeles, der 1979 unerkannt im Exil in Brasilien gestorben war, zu identifizieren.
Otto von Bolschwing: Undatierte Aufnahme des SS-Offiziers Otto von Bolschwing, der als Mitarbeiter von Adolf Eichmann während der NS-Zeit maßgeblich an der Organisation der Deportation und Ermordung europäischer Juden beteiligt war. Die CIA habe seine Nazi-Vergangenheit "aufgrund mildernder Umstände" akzeptiert, enthüllt der Bericht der US-Ermittlungsbehörde OSI.
Verschont geblieben: Das OSI drängte 1983 darauf, Hermann Josef Abs, den ehemaligen Vorstandssprecher und Ehrenvorsitzenden der Deutschen Bank, wegen seiner Beteiligung an der Arisierung auf die Nazi-"Watchlist" des US-Außenministeriums zu setzen. Erst Jahre später fand man heraus, dass dies nie geschehen war.
Hermann Josef Abs auf einer Hauptversammlung von Daimler-Benz am 1. Juli 1981 in Stuttgart.
Tscherim Soobzokow: Der ehemalige SS-Mann Tscherim Soobzokow (Foto aus der CIA-Akte) fand Unterschlupf in den USA - obwohl er bei seiner Ankunft 1955 in den Staaten die CIA über seine Vergangenheit bei der SS informiert hatte. Soobzokow starb 1985 nach einem Bombenanschlag, den eine radikale jüdische Gruppierung auf sein Haus in New Jersey verübt hatte.
Präsident Kennedy und von Braun: Der deutsche Nazi-Raketeningenieur Wernher von Braun, hier mit US-Präsident John F. Kennedy am 16. November 1963 an der Startplattform der "Saturn"-Rakete, machte bei der Nasa Karriere. Mit der "Operation Paperclip" ("Operation Büroklammer") hatten die USA den prominenten Nazi-Wissenschaftler ins Land geholt.
Zwangsarbeit unter Tage: Im KZ Mittelbau-Dora mussten Zwangsarbeiter aus ganz Europa unter lebensunwürdigen Bedingungen schuften und Waffen für das untergehende "Dritte Reich" produzieren. Ein Drittel der rund 60.000 Häftlinge starb bis Kriegsende. Die V2-Raketenfabrik in Thüringen leitete der SS-Funktionär Arthur Rudolph, der im Dezember 1945 in die USA auswanderte und 1954 amerikanischer Staatsbürger wurde.
Arthur Rudolph: Der deutsche Raketenforscher und Ex-SS-Offizier arbeitete ab 1961 für die Nasa. Arthur Rudolph war maßgeblich an der Konstruktion der "Saturn 5"-Trägerrakete beteiligt, die 1969 - im Jahr seiner Pensionierung - erstmals Menschen auf den Mond brachte. Er blieb der einzige "Paperclip"-Wissenschaftler, der vom OSI belangt wurde: 1984 musste er nach Deutschland zurückkehren.
Janet Reno: Die damalige US-Justizministerin Janet Reno (Foto von 2004) gab den Bericht der Ermittlungsbehörde OSI 1999 in Auftrag. Als der Report sieben Jahre später fertiggstellt war, weigerte sich das Ministerium, ihn vollständig zu veröffentlichen.
Wernher von Braun mit Kennedy: Wernher von Braun mit John F. Kennedy auf einem Flugfeld. Von Braun war wie Hunderte anderer deutscher Wissenschaftler und Ingenieure nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA gebracht worden. Seit 1960 war er Direktor des Marshall Space Flight Centers in Alabama.