Naziverbrecher Flick Das große Vergessen
Friedrich Flick: Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich der Unternehmer vor dem 5. US-Militärtribunal in Nürnberg verantworten. Der Flick-Prozess dauerte vom 18. April bis 22. Dezember 1947, dann stand das Urteil fest: Sieben Jahre Haft für einen Kriegsverbrecher. Die Aufnahme entstand bei der Urteilsverkündung.
Friedrich Flick angeklagt: In den Nürnberger Folgeprozessen wurde der Unternehmer wegen Beschäftigung von Zwangsarbeitern und Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. 1950 kam Friedrich Flick frei.
Flick-Prozess: Im Nürnberger Prozess, der vom 18. April bis zur Urteilsverkündung am 22. Dezember 1947 dauerte, sagte unter anderen der Tscheche Mojmir Kratochuir als Belastungszeuge aus. Kratochuir war Zwangsarbeiter in einem Betrieb des Unternehmers Friedrich Flick.
Ein Kriegsverbrecher als Big Spender: Portrait von Friedrich Flick im Lehrerzimmer des Friedrich Flick-Gymnasiums in Kreuztal. Flick war wegen intensiver Beziehungen zum NS-Regime im Rahmen der Nürnberger Prozesse als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Zusammen mit den Nazis hatte er jüdische Betriebe, die er übernahm, arisiert. Über 60.000 Zwangsarbeiter mussten unter erbärmlichen Umständen für Flick arbeiten, etliche starben. Diese Tatsachen schienen in Kreuztal, den Geburtsort Flicks, lange Zeit niemanden zu interessieren. Dort wurde er als Gönner gefeiert und vereehrt. Noch heute will in Kreuztal kaum jemand etwas von der schmutzigen Vergangenheit Flicks wissen.
Bild zur Verfügung gestellt von Thilo Schmidt .
Das Friedrich-Flick-Gymnasium: Ende der sechziger Jahre spendete Flick eine Million D-Mark an das Gymnasium seiner Heimatstadt Kreuztal. Die Bedingung: Die Schule musste fortan seinen Namen tragen. Obwohl Flick damals schon als Kriegsverbrecher wegen seiner Beziehungen zum NS-Regime verurteilt worden war, störte sich niemand an diesem Deal - und selbst heute will die Geburtsstadt Flicks nichts von der schmutzigen Vergangenheit ihres prominentesten Bürgers wissen.
Bild zur Verfügung gestellt von Thilo Schmidt .
Eingang zum Friedrich-Flick-Gymnasium: Wie lange das Gymnasium Kreuztal noch diesen Namen trägt, bleibt abzuwarten. Seitdem zwei ehemalige Schüler mit ihrer Website www.flick-ist-kein-vorbild.de aufbegehren, wächst der Druck auf die Stadtverwaltung. Die hatte sich bislang blind und taub gestellt ob der Vergangenheit von Flick.
Bild zur Verfügung gestellt von Thilo Schmidt .