Verräterische Kratzspuren Waren Neandertaler Kannibalen?
Knochenfund: In einer Höhle in der französischen Region Poitou-Charentes fanden Anthropologen in den Sechzigerjahren unzählige Rentier- und Neandertalerknochen. Drei Neandertaler-Knochenfragmente erzählen eine besondere Geschichte. Bei neuesten Untersuchungen wurde klar, dass sie nicht von Aasfressern abgenagt wurden.
Spuren von Steinklingen: Im "American Journal of Physical Anthropology" beschreibt eine internationale Forschergruppe die drei Knochen-Fragmente. Die Spuren darauf unterscheiden sich nicht wesentlich von denen, welche die Neandertaler selbst an den Rentierknochen hinterlassen haben, als sie deren Fleisch verspeisten. Aber müssen wir die französischen Höhlenbewohner deshalb gleich als Kannibalen abstempeln?
Aufnahme aus der Höhle: ¿Die Spuren könnten auch zahlreiche andere Ursachen haben¿, mahnen die Forscher. Es könnte sich zum Beispiel auch um Begräbnisrituale handeln, bei denen das Fleisch von den Knochen entfernt oder der Körper zerstückelt wurde.