Nelson Mandela auf Robben Island - DER SPIEGEL
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Mandela auf Robben Island Die Hölleninsel

Prügel, Erniedrigung und Hunger gehörten zum Alltag. 1964 wurde Nelson Mandela auf der gefürchteten Gefängnisinsel Robben Island eingesperrt. 18 Jahre blieb er in Gefangenschaft, kämpfte friedfertig gegen die Haftbedingungen - und verwandelte das Zuchthaus in eine Kaderstätte für Freiheitskämpfer.
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Sträflingsarbeit: Nelson Mandela bessert Gefängniskleidung auf Robben Island aus (undatierte Aufnahme).

Sein Schritt in die Freiheit bedeutete das Ende einer bedrückenden Ära des Rassismus und den Beginn eines Experiments nationaler Versöhnung. Als Nelson Mandela am 11. Februar 1990 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, war das Ende der südafrikanischen Apartheid besiegelt. Zum Giganten der Geschichte wurde der Mann aus dem Stamme der Xhosa, weil es ihm gelang, eine auf das bitterste zerrissene Gesellschaft auf den Weg der Versöhnung und einer funktionierenden Demokratie zu führen.

Foto: London Express/ dpa
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Heimkehr: Nach 27 Jahren Gefängnis war Nelson Mandela, der berühmteste politische Häftling der Welt, im Februar 1990 freigelassen worden. Reporter und Fotografen aus aller Welt umringten den südafrikanischen Menschenrechtler, als er schließlich wieder in seinem Haus in Soweto angekommen war. Vier Jahre später wurde er bei den ersten demokratischen Wahlen in dem von Apartheid zerrütteten Land zum Staatspräsidenten gewählt.

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"Häuptling" Mandela: Der Anführer des Afrikanischen Nationalkongresses im traditionellen Häuptlingsgewand am 21. März 1994. Der Jahrestag des Massakers von Sharpeville wird in Südafrika seit dem Ende der Apartheid als nationaler Gedenktag begangen. Wenige Wochen nach dieser Aufnahme wurde Mandela am 9. Mai 1994 zum ersten schwarzen Staatsoberhaupt des Landes gewählt.

Foto: REUTERS
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Verfassungsgeber: Der südafrikanische Staatspräsident Nelson Mandela setzt am 10. Dezember 1996 mit seiner Unterschrift die neue demokratische Verfassung in Kraft - als symbolträchtiger Ort für die Zeremonie wurde Sharpeville gewählt, Szene des Massakers von 1960. Hinter Mandela steht ANC-Generalsekretär Cyril Ramaphosa.

Foto: AP
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Insel der Aussätzigen: Seit 1961 verbannte das Apartheid-Regime Schwerstkriminelle und politische Gegner auf Robben Island - Nelson Mandela saß 18 Jahre seiner lebenslangen Freiheitsstrafe auf der Gefängnisinsel im Atlantik ab.

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Südafrikanische Bürgerrechtler: Präsident Nelson Mandela hält am 24. September 1997 anlässlich des "Heritage Day", des nationalen Gedenktages zur Besinnung auf die Kultur der Regenbogennation Südafrika, auf Robben Island eine Rede. Im Hintergrund sind von links die Konterfeis von Nelson Mandela in jungen Jahren sowie seine Wegbegleiter Steve Biko, Begründer der Bürgerrechtsbewegung Black Consciousness, und Robert Sobukwe, Präsident des Pan Africanist Congress (PAC), zu sehen.

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Widerstand gegen das Regime: 1962 wurde Nelson Mandela verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er illegal ins Ausland gereist war und zum Streik aufgerufen hatte - hier fordern junge Frauen, unter ihnen auch Mandelas Frau Winnie, am 16. August die Freilassung des Freiheitskämpfers.

Foto: AP
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"Free Mandela": Weltweit setzten sich die Menschen für die Freilassung Mandelas ein, der 1964 im acht Monate währenden Rivonia-Prozess wegen Sabotage und Planung des bewaffneten Kampfes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Das Bild zeigt einen Mitarbeiter, der ein Graffiti der "Free Mandela"-Kampagne an der Kapelle des King's College in Cambridge abwaschen muss.

Foto: Getty Images/ Peter Dunne
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Die drei ANC-Führer 1952: Nelson Mandela, Mitte, Walter Sisulu, links, und Harrison Motlana im Gespräch während des Prozesses am Obersten Gerichtshof in Johannesburg. Die Widerstandskämpfer klagten damals gegen die Apartheid-Politik der regierenden National Party. Vier Jahre später...

Foto: AP
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...wurde Nelson Mandela mit 155 anderen Aktivisten wegen Hochverrats angeklagt. Als die festgenommenen Freiheitskämpfer am 31. Dezember 1956 mit einem Bus zum Prozess in Johannesburg gebracht wurden, protestierten die Menschen auf die Straße.

Foto: AP
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Vor Gericht: ANC-Führer Nelson Mandela, links, im Gespräch mit Ruth First. Die beiden mussten sich 1957 vor Gericht verantworten. Die Anklage lautete Hochverrat. First war mit dem Anti-Apartheid-Aktivisten Joe Slovo verheiratet. In England veröffentlichte sie mehrere politische Bücher, 1982 kam sie bei einem Briefbomben-Attentat in Mosambik ums Leben.

Foto: AP
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Widerstand gegen die Rassentrennung: Nelson Mandela 1959 mit Teilnehmerinnen der Frauendemonstration gegen das südafrikanische Pass-Gesetz, wonach Schwarze außerhalb ihrer Reservate ihren Pass mit sich führen müssen. Der Protestbewegung wird jährlich am National Women's Day am 9. August gedacht.

Foto: AP
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Seltene Aufnahme: Nelson Mandela, links, mit Walter Sisulu 1966 im Gefängnishof auf Robben Island. In der Regel lehnte es Mandela ab, sich während seiner Haft fotografieren zu lassen, weil es entwürdigend sei, als Gefangener aufgenommen zu werden, erklärt er in seiner Autobiografie "Der lange Weg zur Freiheit". Das Bild machte ein Fotograf der konservativen Zeitung "Daily Telegraph". Der Besuch des Reporterteams war von der Gefängnisleitung genehmigt worden, um zu demonstrieren, dass die Insassen nicht misshandelt werden.

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Einzelzelle auf der Isolierstation: Gerade mal anderthalb Meter Breite maß die Zelle, in der Mandela einen großen Teil seiner lebenslangen Strafe absaß.

Foto: Getty Images
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Schwerstarbeit: Bei einem Besuch 1996 auf Robben Island zeigte Mandela auf dem Gefängnishof, wie er mit einem kleinen Meißel Steine zu Kies zermalmen musste - und das tagein, tagaus. "Die Arbeit war langweilig und schwierig; sie war nicht anstrengend genug, um uns warm zu halten, aber doch so schwer, dass alle unsere Muskeln schmerzten", erinnert sich der Freiheitskämpfer.

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Stippvisite hinter Gittern: Mandela zeigte 1998 dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton seine Zelle. Als Sprecher der Häftlinge hatte Mandela etliche Verbesserungen der Haftbedingungen - wie das Recht auf Sport und Bildung - auf Robben Island durchsetzen können. Diesen Kampf im Gefängnis betrachtete er als "einen Mikrokosmos des Kampfes insgesamt".

Foto: dpa
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Rückkehr an den Ort des Schreckens: Am 11. Februar 1994 besuchte Mandela mit einigen seiner Haft-Gefährten den Steinbruch auf Robben Island, wo sie jahrelang unter der Woche knechteten. Die Wärter, die die Arbeit der Insassen überwachten, waren ausschließlich weiß. Hemmungslos ließen sie ihren Rassenwahn an den schwarzen Häftlingen aus - beleidigten, prügelten und demütigten Mandela und seine Mitgefangenen.

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Im Kampf gegen Aids: Nelson Mandela eröffnete am 21. Oktober 2003 in London die von seiner Stiftung ins Leben gerufene Kampagne gegen Aids "46664". Die Zahl war Mandelas Häftlingsnummer auf Robben Island. Jahrelang sei Mandela "nur als Nummer bekannt" gewesen. "Heute sind Millionen (HIV-)infizierter Menschen genau das: eine Nummer", erklärte der südafrikanische Freiheitskämpfer und Ex-Präsident des Landes den Namen der Anti-HIV-Initiative.

Foto: Getty Images
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Auszeichnung per Marke: 1988 würdigte die Sowjetunion Nelson Mandela mit einer Sonderbriefmarke. Die amerikanische Regierung dagegen hatte Mandela und andere ANC-Vertreter im selben Jahr wegen seiner Arbeit gegen das Apartheid-Regime auf die "Watch List" für potentielle Terroristen gesetzt.

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Willkommen auf Robben Island: Ein Gefängnisaufseher im März 1995 vor dem Eingang der südafrikanischen Haftanstalt Robben Island.

Foto: dpa
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Gefängnisanlage von oben: Mandela war anfangs auf Robben Island in Block B untergebracht, isoliert von den gewöhnlichen Häftlingen. "Die Behörden waren besorgt, wir könnten die anderen Gefangenen mit unseren politischen Überzeugungen 'infizieren'", erklärt Mandela in seiner Biografie. Als Insasse der Kategorie D hatte Mandela die wenigsten Privilegien. Besucher durfte er nur alle sechs Monate empfangen und nur zweimal im Jahr einen Brief schreiben und erhalten.

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Hinter Gittern: Am 11. Februar 1994 besuchte Nelson Mandela die Gefängnisinsel, hier in seiner Zelle, erneut. Die Zeit, die er auf Robben Island verbrachte, nennt er "Die schwarzen Jahre".

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