Neuer Streit um Human Brain Project - DER SPIEGEL
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Human Brain Project Neuer Streit um Gehirnsimulation

Der Streit um das ambitionierte Human Brain Project eskaliert: Hunderte Neurowissenschaftler kritisieren Intransparenz und den engen Fokus beim Prestige-Vorhaben der EU. Sie drohen, das Milliarden-Projekt zur Gehirnmodellierung zu boykottieren.
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Simulation des Gehirns (grafische Darstellung): Reverse Engineering umschreibt das Human Brain Project wohl am besten. Ein virtuelles Modell des Gehirns soll immer weiter verbessert werden, bis es sich so verhält, wie das Gehirn. Nun drohen Hunderte Hirnforscher aus ganz Europa mit einem Boykott des in ihren Augen schlecht geführten Projekts.

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Hirnforscher Henry Markram: "Ich denke, wir müssen mehr kommunizieren, dass das Projekt den Forschern hilft, mehr Förderung zu bekommen", sagte der Direktor des Human Brain Project. Die Unterzeichner des offenen Briefs hätten das Vorhaben nicht verstanden.

Foto: Jean-Christophe Bott/ AP/dpa
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Supercomputer Juqueen in Jülich: Auf solchen Großrechnern soll das menschliche Gehirn simuliert werden. Wissenschaftler streiten aber darüber, ob man überhaupt genug über die Abläufe im Gehirn weiß, um es modellieren zu können.

Foto: Forschungszentrum Juelich, UK
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Mysterium Gehirn (grafische Darstellung): Die Erwartungen sind hoch - aber nach wie vor steht das Human Brain Project heftig in der Kritik. "Ich halte es in absehbarer Zeit für unmöglich, auch nur annähernd die Wechselwirkungen von Milliarden von Neuronen untereinander realistisch zu simulieren", sagt beispielsweise Christian Steinhäuser von der Universität Bonn.

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Aufbau des Supercomputers Juqueen: Der Großrechner hat fast 470.000 Prozessorkerne und bietet insgesamt 450 Terabyte Speicherplatz.

Foto: Forschungszentrum Juelich
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Supercomputing-Experte Lippert: "Ich wüsste nicht, wie wir ansonsten vorgehen sollten, um das Gehirn endlich verstehen zu können."

Foto: Forschungszentrum Juelich, UK
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Hirnscan-Aufnahmen: Sämtliche Nervenzellen mit Sensoren zu bestücken, ist unmöglich. Daher fehlt Forschern ein detailliertes Bild der Abläufe im Gehirn.

Foto: Forschungszentrum Juelich
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?