New York: Schauspieler mit Zweitjob - DER SPIEGEL
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Zombie oder Flyerverteiler Zweitjobs von Schauspielern

Als Schauspieler verdienen sie nicht genug und müssen einen zweiten Job annehmen: Der Fotograf Franck Bohbot hat Männer und Frauen in New York porträtiert, die nicht nur auf der Bühne stehen, sondern auch noch einer anderen Arbeit nachgehen.
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Zombie, Büroassistent oder Barkeeper: Der Fotograf Franck Bohbot hat Schauspieler in New York porträtiert, die einem Zweitjob nachgehen müssen, um zu überleben. Der 35-jährige Ted Jan Roberts arbeitet nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Fahrradkurier.

Foto: Franck Bohbot
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Charlie Gilette ist nebenberuflich als Assistentin der Geschäftsleitung in einer Produktionsfirma tätig: "Ich mache alles: von klassischen Sekretariatsaufgaben über Müll wegbringen bis hin zur Buchhaltung. Dabei lerne ich viel für meinem Beruf als Schauspielerin, denn wenn Leute kommen, muss ich mich immer wieder anders präsentieren. Man muss wie ein Chamäleon sein, wenn man an einem Ort wie diesem arbeitet."

Foto: Franck Bohbot
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Bohbot fotografierte die Schauspieler nicht auf der Bühne, sondern an ihrem zweiten Arbeitsplatz. Geogina Lawry passt als Babysitterin auf Kinder auf - hier ist sie in einem der Kinderzimmer zu sehen.

Foto: Franck Bohbot
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Neben seiner Arbeit am Theater bedient Michael Wetherbee in einem Diner: "Egal ob ich vorsinge, eine Rolle übernehme oder im Diner arbeite - überall zeige ich ein wenig meiner Persönlichkeit. Wenn ich an den Tischen bediene, dann kommt beispielsweise meine Nervosität zum Vorschein. So sehr man auch eine Rolle spielt, es gibt immer wieder einzelne Elemente, die durchkommen."

Foto: Franck Bohbot
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Bei ihrer Arbeit in einem Paintball Center schlüpft die Schauspielerin Bukola Ogunmola regelmäßig in ein Zombiekostüm: "Ich habe leicht Angst und dieser Ort ist ziemlich beängstigend - es gibt überall Leichen. Aber wenn ich mich von der Angst bremsen lassen würde, wäre ich nicht hier!"

Foto: Franck Bohbot
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Matthew Trumbull arbeitet in seinem Zweitberuf im Metropolitan Museum of Art: "Ich habe einmal ein paar Leute, die mit mir im Museum arbeiten, zu einem Stück von mir eingeladen. Es war wirklich peinlich, denn es kollidierten beide Welten: Ich zeigte ihnen eine andere Seite von mir, die verletzlicher ist. Wenn man auf der Bühne steht, dann öffnet man sich viel mehr. Die Leute in einem Büro setzen sich eine Maske auf, wenn ich spiele, ziehe ich sie aus."

Foto: Franck Bohbot
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Der Autor Philippe Ungar interviewte die Schauspieler und befragte sie zu beiden Berufen - so wie auch Marissa Carpio, die nebenberuflich Büroassistentin ist.

Foto: Franck Bohbot
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Der 54-jährige Michael Jay Henry arbeitet nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Scheidungsvermittler: "Als Schauspieler üben wir, in die Haut und die Seele eines Charakters einzudringen. Sich in jemanden hineinversetzen zu können, ist sehr hilfreich für die Scheidungsmediation."

Foto: Franck Bohbot
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Der Schauspieler Paul Mitchell verteilt Flyer auf dem Times Square und schreibt Lebensläufe für andere, um sich neben seiner Arbeit als Schauspieler zu finanzieren: "Wenn man nicht bereit ist, Flyer zu verteilen, um als Schauspieler zu arbeiten, dann wäre New York nicht der Platz für einen."

Foto: Franck Bohbot
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Fotograf Bohbot sagt, Schauspieler in New York hätten enorm hohe Lebenshaltungskosten, so dass viele einen zusätzlichen Teilzeit- oder sogar Vollzeitjob annehmen müssen. Hanna Cheek geht sogar gleich mehreren anderen Tätigkeiten nach und arbeitet als Barkeeperin und Babysitterin.

Foto: Franck Bohbot
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Tia Link ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Rechtsanwältin: "Als Schauspielerin lernt man, der inneren Stimme zu vertrauen. In New York versucht jeder, etwas aus sich zu machen. Ständig muss man gegen andere antreten. Ich denke, es macht dich unzerstörbar, jeden Tag damit umgehen zu können."

Foto: Franck Bohbot
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Kaitlin Kaufman steht nicht nur auf der Bühne, sondern regelmäßig auch im Klassenzimmer. Bohbot will mit seinem Projekt auf die Diskrepanz zwischen vermeintlichem Traumjob und Realität hinweisen.

Foto: Franck Bohbot
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?