Niagarafall-Unglück - DER SPIEGEL
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Niagarafall-Unglück Das Ende der Eisbrücke

Eislaufen am Abgrund: Jahr für Jahr friert der mächtige Fluss Niagara im Winter am Rand der berühmten Wasserfälle zu. Bis 1912 nutzten Tausende die frostige Brücke als Grenzübergang zwischen Kanada und den USA - dann brach plötzlich eine riesige Scholle aus dem als sicher geltenden Eispanzer.
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Gut abgehangen: Die Niagarafälle sind 1917 sogar noch im Mai vereist, wie diese Aufnahme zeigt. Touristen bewundern dort einen Eisvorhang. Fünf Jahre zuvor waren ein Ehepaar und ein Teenager auf dem zugefrorenen Niagara-Fluss ums Leben gekommen, als plötzlich das Eis unter ihren Füßen brach.

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Niagara-Nebel: Das Wasser donnert bis zu 52 Meter in die Tiefe und erzeugt so eine Säule aus Gischt, die in den Himmel steigt - bei jedem Wetter. Die Schwaden aus kleinen Tropfen zeigt auch dieses Bild von Februar 1920, als die Niagara-Fälle zum Teil zugefroren waren.

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Spaziergang im Eis: Bis 1912 nutzen Tausende die Eisbrücke über den Niagara-Fluss, um die amerikanisch-kanadische Grenze zu passieren. Erst das "Eisbrücken-Unglück" im Februar 1912 beendete die Toleranz der Behörden gegenüber dem Grenzübergang aus Eis.

Aufnahme von 1911

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Doppelt kalt: Mitte des 19. Jahrhunderts fotografierte George Barker die Eiszapfen vor der Höhle hinter dem "Hufeisen"-Wasserfall, der auf kanadischem Gebiet herunterkommt. Betrachtet man diese sogenannte Stereoskopie durch eine dafür vorgesehene Brille, ergibt sich ein dreidimensionales Bild.

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Als die Niagarafälle nicht mehr fielen: Die Wasserfälle selbst trotzen in der Regel dem Frost und frieren nicht komplett zu. Zum Stillstand kamen die Niagarafälle allerdings 1848: Ein Sturm hatte auf dem flussaufwärts gelegenen Eriesee die Eismassen zu einem Damm zusammengeschoben, so dass der Fluss 30 Stunden lang blockiert wurde. Als die Menschen in der Umgebung am Morgen des 30. März 1848 aufwachten, bemerkten sie, dass ihnen etwas fehlte: Das mächtige Rauschen des Wasserfalls war verstummt.

Foto etwa von 1890

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Eis in der Luft: Wie Zuckerguss klebt im Winter die gefrierende Gischt der Niagarafälle an Bäumen und Häusern fest - auf diesem Bild sind die eiskalten Schwaden auf dem Torbogen eines Aussichtspunkts auf amerikanischer Seite festgefroren.

Aufnahme von etwa 1850

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Tonnenschwer und tiefgekühlt: Riesige Eisplatten bringt der Niagara-Fluss im Winter zu den Wasserfällen an der kanadisch-amerikanischen Grenze. Komplett eingefroren ist bislang nur der amerikanische Teil der Niagarafälle: 1936 stand der kleinere der beiden Wasserfälle 15 Tage lang komplett still. So still, dass sich trotz des Verbots von 1912 wieder Menschen aufs Eis wagten.

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Attraktion hinter Absperrung: Schon im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Niagarafälle zum Touristenmagneten. Diese Stereoskopie, entstanden um 1900, zeigt bereits Absperrzäune für Schaulustige. Im Vordergrund ist der amerikanische, hinter den Nebelschwaden rechts im Bild der kanadische Teil der Wasserfälle zu sehen.

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Winterspaß am Wasserfall: Die Niagarafälle im Winter sind seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Im Winter entstehen, laut der Bildunterschrift auf dieser Stereoskopie, sogar "große Berge gefrorener Gischt".

Aufnahme von ungefähr 1895

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Natur auf Eis: Die berühmten Wasserfälle im Winter 1859 - fotografiert von der Goat Island aus, die die Niagarafälle in zwei Teile spaltet. Der kleinere Wasserfall liegt auf amerikanischem, der größere und weitaus bekanntere auf kanadischem Gebiet.

Foto: Getty Images
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Starr ruht der Fluss: Der Frost versetzt die Niagarafälle jedes Jahr in Schockstarre. Die Wasserfälle selbst bleiben zwar fast immer eisfrei, doch auf dem Fluß ober- und unterhalb davon bildet sich ein Eispanzer.

Foto: AP
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Kraftvoll trotz Kälte: Auch 1867, als dieses Foto entstand, brachte die klirrende Kälte das Wasser nicht zum Stillstand. Doch der kleinere, weniger bekannte Wasserfall auf amerikanischer Seite ist schon mehrmals zugefroren: Wo sonst Wassermassen tosend in die Tiefe stürzen, stand dann eine Wand aus Eiszapfen. Unter dem gläsernen Mantel fließt das Wasser aber normalerweise weiter.

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Gigantische Eiszapfen: Von Abhängen, Gebäuden und Bäumen hängt gefrorenes Wasser in langen Säulen herab - dieses Foto zeigt einen der stattlichen Eiszapfen an den Niagarafällen etwa um 1880.

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Platten im Fluss: Die Eisschollen, die im Winter die Eisbrücke über den Niagara-Fluss bilden, bringen Wind und Strömung im Winter zu den Wasserfällen. Dort angelangt, frieren die Platten zusammen. Dieses Bild zeigt im Hintergrund den weltberühmten "Hoerseshoe Fall" auf kanadischer Seite, der nach der Hufeisenform des gigantischen Wasserfalls benannt ist.

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So kennt sie fast jeder: Die Niagarafälle im Sommer, ganz ohne Eis. Den kanadischen Teil im Hintergrund rechts trennt die Insel Goat Island vom amerikanischen Wasserfall im Vordergrund.

Foto: AP
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Blick hinter die Kulissen: Dieses Bild zeigt Eiszapfen des teilweise gefrorenen Wasservorhangs. Wer will, kann das Naturwunder auch von der Rückseite betrachten - hinter den kanadischen Horseshoe Falls befinden sich begehbare Tunnel, hinter dem amerikanischen Gegenstück liegt die Höhle "Cave of Winds".

Aufnahme von ungefähr 1890

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?