Nicolas Sarkozy Der Präsident als Medienstar
Doppeltes Strahlen für die Kameras: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni lassen selten eine Gelegenheit aus, ein gutes Bild für die Kameras abzugeben.
Privatleben hat bei Sarkozy eine andere Bedeutung als bei den meisten Politikern: Wenn es seinem Image nützt, präsentiert er es nur zu gerne der staunenden Öffentlichkeit - wie etwa im Dezember 2007 seinen Ausflug zu den Pyramiden in Gizeh mit der neuen Freundin.
Sarkozy und Bruni in Indien, dieses Mal ganz offiziell auf Staatsbesuch. Ein Film - die Macher nennen es vorsichtig Doku-Fiktion - zeichnet den Aufstieg des französischen Präsidenten und seinen Hang zum großen Auftritt nach. Am Mittwoch wird der Streifen "La Conquête" in Cannes vorgestellt.
Schöne Bilder, positive Geschichten: So ist dem französischen Präsident Sarkozy - hier mit seinem Sohn Louis beim Paddeln im Urlaub -Berichterstattung genehm. Bei Bildern und Geschichten, die ihm missfallen, sind schon mal die Jobs der Journalisten in Gefahr. Sein Einfluss in der Medienwelt ist groß.
Sarkozy joggt natürlich nicht in irgendeinem T-Shirt: Auf Malta trainierte er im Outfit der New Yorker Polizei und legte - telegen schwitzend - eine Pause für die Reporter ein.
Ein kerniger, sportlicher Typ: Wieder ein Urlaub, wieder ein gutes Foto - Frankreichs oberster Radfahrer beim Training in Cap Negre.
Auch in der Politik selbst agiert Sarkozy anders als seine Vorgänger, die in der Regel ihrem Premier das Tagesgeschäft überließen. Der amtierende Staatschef heißt bei den Bürgern auch der "Omni-Präsident", weil er sich in jede Debatte - wie hier bei einer TV-Fragerunde - selbst einmischt.
Nicht ganz so ausgeglichen und souverän wirkt der Staatschef, wenn er keine Kontrolle hat über die Bilder - wie bei dem Woody-Allen-Film, in dem seine Frau eine Nebenrolle spielte. Wie er jetzt auf den Film über sein eigenes Leben reagieren wird? Die Filmemacher sprechen bang vom Projekt "heiße Kartoffel".