Trent Reznor Spaßeshalber drogenfrei
Nine-Inch-Nails-Sänger Trent Reznor ist kleiner als gedacht - und bei Interviews heiterer als befürchtet.
Vor der Tour zum neuen Album "Hesitation Marks" hat sich Reznor eine Liste der Songs gemacht, die er noch spielen will. "Bei anderen Songs war klar, dass ich das nicht mehr bringe", erzählt er im Interview am Rande eines Festivals in Hockenheim.
Früher, als Vorband von Guns N' Roses, wurden Nine Inch Nails noch ausgebuht. "Die Leute warfen uns vor, Schwulenmusik zu spielen, was immer das sein soll - nur weil wir einen Synthesizer auf der Bühne stehen hatten."
Im ländlichen Pennsylvania fing für Reznor alles an. Ihn hat die Synthie-Pop-Explosion der Achtziger voll erwischt - Human League, Thompson Twins.
Später wurde Reznor dann abhängig. "Zuerst musste ich mir klarmachen: Okay, ich bin ein Süchtiger", sagt er im Interview. Dann der Entzug. "Das hat mich gedemütigt, aber auf eine gute Weise."
Auf dem Bild von 1995 ist Reznor mit Marilyn Manson zu sehen. Dass er heute noch Erfolg hat, erklärt sich der Rocker so: "Ich habe erkannt, was die einzige Sache ist, in der ich jemals wirklich gut war: Integrität."
Eine weitere Begabung schien er aber erst später als Soundtrack-Komponist gefunden zu haben: Für "The Social Network" von David Fincher lieferte Reznor die Musik.
Der Ausflug ins Filmgenre war höchst erfolgreich - und brachte Reznor einen Academy Award ein. Er habe nicht gedacht, dass Preise ihm etwas bedeuten würden, sagt er. "Aber der Oscar hat mich doch berührt."