Nissan GT-R Roh macht froh
Das schnelle Schnäppchen: 550 PS, 632 Nm Drehmoment, von null auf hundert in 2,8 Sekunden und das alles für 85.000 Euro - andere Sportwagen mit vergleichbaren Fahrleistungen kosten mindestens doppelt so viel wie der Nissan GT-R.
Das Power-House: Ein schnöder V6-Motor, denkt man im ersten Moment über das Triebwerk des Nissan GT-R. Doch die von jeweils einem Monteur im Nissan-Werk in Handarbeit zusammengebauten Motoren sind mit Raffinessen wie plasmabeschichtenen Zylinderlaufbahnen und natriumgekühlten Auslassventilen bestückt. Und wenn man ihn lässt, bricht der V6 die Hölle los.
Ausgetüftelt: Man sieht es nicht unbedingt, aber der GT-R hat eine ausgeklügelte Aerodynamik. Der Cw-Wert liegt bei 0,26, und selbst so profane Dinge wie die Außenspiegel helfen, die Luft in Richtung des Heckflügels zu leiten.
Nicht schön, aber selten: Das Interieur des GT-R bekommt keinen Designpreis. Über die drei Kipphebel in der Mittelkonsole lassen sich Getriebe, Dämpfer und Traktionskontrolle einstellen.
Dicker Brummer: Der GT-R ist mit seinen rund 1,7 Tonnen kein leichter Flitzer. Chefkonstrukteur Mizuno verteidigt das hohe Kampfgewicht damit, dass der Wagen dadurch auch für ungeübte Piloten berechenbar bleibt.
Runde Sache: Eingequetscht zwischen Lüftungsdüsen und Lenkrad sitzt die relativ kleine Instrumententafel. Sie wird vom Drehzahlmesser dominiert. Der Tacho reicht bis 340 Km/h, die tatsächliche Spitzengeschwindigkeit des GT-R liegt bei 315 Stundenkilometern.
Gewöhnungssache: Die meisten anderen Autofahrer sehen den Nissan wohl aus dieser Perspektive. Schade, dass der eigentlich recht schön geratene Hintern von den etwas zu üppig dimensionierten Auspuffrohren entweiht wird.
Qual der Gangwahl: Das Doppelkupplungsgetriebe im Heck des Wagens kann sowohl im Automatik- als auch im manuellen Schaltmodus laufen. Bei letzterem werden die Gänge über die Schaltwippen aus Magnesium am Lenkrad eingelegt.
Endlich zu Hause: Einmal im Jahr kommt GT-R-Chefentwickler Kazutoshi Mizuno mit einem Tross von bis zu 50 Mann zum Nürburgring gereist. Dort schlägt er für mehrere Wochen sein Lager auf, um das jährliche Update des GT-R ausgiebig auf dem härtesten Rennkurs der Welt zu testen.
Alle Infos: Das große Display in der Mittelkonsole wurde von Polyphony Digital, den Machern von "Gran Turismo", gestaltet. Darauf kann man sich eine scheinbar schier endlose Reihe an Informationen anzeigen lassen, vom Öldruck bis zu den Seitenfliehkräften bei schneller Kurvenfahrt. Vermutlich hätte man für ein zeitgemäßes Design aber besser die Grafiker von Apple gefragt.
Kantig: Der GT-R ist keine echte Schönheit, aber deutlich markanter als die meisten Sportwagen aus Japan.
Fest umschlungen: Die Recaro bieten ausreichend Seitenhalt.