Nordgrönland Eisige Welten
Unterwegs in den Norden Grönlands: Die Anreise nach Qaanaaq ist mit zehn Starts und Landungen sowie zwei Übernachtungen teuer und kompliziert,...
...bietet den Reisenden aber spektakuläre Blicke auf das grönländische Inlandeis.
Die Zwischenlandungen in Illulissat und Upperanvik bei Schneetreiben und vereistem Rollfeld erfordern erfahrene Piloten und nervenstarke Passagiere.
In Qaanaaq ist seit Oktober die Sonne nicht mehr aufgegangen, die Temperaturen liegen meist unter minus 20 Grad. Kälte und Dunkelheit verlangen den gut 600 Einwohnern viel ab. Auch die Wäsche trocknet nur langsam und ist steif gefroren.
Für die Kinder gibt es mehrere Schulen und Kindergärten. Viele verlassen für die weiterführende Ausbildung den einsamen Ort - nicht alle kehren zurück.
Obwohl es außerhalb des Ortes keine Straßen gibt, existieren einige Autos. Sie alle haben Benzinmotoren, denn Diesel würde wegen der Kälte versulzen.
Die Bewohner der Region zählen zu den Inughuit, die einst aus der heute kanadischen Arktis eingewandert sind.
Vor der Küste von Qaanaaq sind zahllose Eisberge im Meer eingefroren. Sie stellen im Winter die Wasserversorgung von Qaanaaq sicher.
In den Scheiben der auf den Strand ausgerichteten Häuser kündigt sich das Ende der viermonatigen Polarnacht bereits an.
Endlich färbt sich der Himmel wieder rot, wenige Tage später wird die Sonne zum ersten Mal wieder aufgehen.
Täglich fahren die Jäger mit ihren Schlittengespannen hinaus aufs gefrorene Meer, um Robben zu jagen oder Fische zu fangen.
Je nach Stärke der Tiere und Gewicht des Schlittens haben die Gespanne zwischen sieben und 16 Hunde.
Erst im Juli wird das Meereis geschmolzen sein, so dass die Eisberge dann weitertreiben, bis sie im Oktober im Meer wieder einzufrieren beginnen.
Schwaches Licht und Eiseskälte machen das Fotografieren und Filmen für Michael Martin und Jörg Reuther zu einer Herausforderung.
Herzliche und hilfsbereite Gastgeber: Hans Jensen und seine Frau Birthe besitzen das einzige Hotel von Qaanaaq.