Nordkorea: Foto-Ausstellung von Nathalie Daoust - DER SPIEGEL
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Verboten Nordkorea-Impressionen von Nathalie Daoust

Für ihr Projekt "Korean Dreams" reiste die Fotografin Nathalie Daoust ins Land des "Ewigen Herrschers". Und warf einen Blick hinter die Kulissen der Propagandamaschine.
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Alleinherrscher: Kim Jong Il war von 1994 bis 2011 der oberste Herrscher Nordkoreas. Mit seinem Regime kontrollierte er politisches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben. Sein Sohn Kim Jong Un führt seit seinem Tod die repressive Herrschaft fort.

Foto: Nathalie Daoust
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Irrlichter: Die Ampeln in Nordkorea sind oft außer Betrieb. Grund sind häufige Stromrationierungen und die schlechte technische Versorgung. An vielen Kreuzungen stehen deshalb Polizisten und leiten den Verkehr.

Foto: Nathalie Daoust
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Ein krankes System: Eigentlich wurde im Jahr 1947 für alle Bürger Nordkoreas ein Gesundheitssystem eingeführt. In den späten Achtzigerjahren aber brach es zusammen. Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria und Hepatitis B sind deshalb weit verbreitet. Viele Krankenhäuser müssen ohne Strom und Heizung auskommen. Patienten müssen für Medikamente selbst bezahlen.

Foto: Nathalie Daoust
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Luftschlösser: Der Chuch'e Turm wurde zu Ehren des "Ewigen Präsidenten" Kim Il Sung anlässlich seines 70. Geburtstags errichtet. Er setzt sich aus 25.550 Granitblöcken zusammen. Jeder Stein steht für einen Tag im Leben des Herrschers.

Foto: Nathalie Daoust
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Undercover: Ausländer werden ständig überwacht. Fotografieren ist nur an wenigen Orten erlaubt, und auch dann nur mit staatlicher Genehmigung. Unter keinen Umständen dürfen Touristen Militär ablichten. Für dieses Foto hat Daoust deshalb verdeckt gearbeitet. An den verbotenen Orten hat sie eine versteckte Kamera mit Kabelauslöser benutzt.

Foto: Nathalie Daoust
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Wenn Menschen Menschen essen: Während der Neunzigerjahre starben während einer Hungersnot zwischen 600.000 und einer Million Menschen. Mindestens eine Person wurde eingesperrt und wegen Kannibalismus geköpft.

Foto: Nathalie Daoust
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Frivol auf Koreanisch: Kim Jong Il glaubte, dass der Anblick einer Fahrrad fahrenden Frau die öffentliche Moral beschädige. Als in den späten Neunzigerjahren auch noch die Tochter eines hohen Generals auf ihrem Fahrrad getötet wurde, da wurde Frauen das Fahrradfahren endgültig verboten. Auch der Autoführerschein ist Frauen nicht erlaubt.

Foto: Nathalie Daoust
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Gleichschritt: Militärdienst ist Pflicht für alle Bürger. Frauen müssen sieben Jahre dienen, Männer zehn Jahre. Auch danach bleiben alle der Militärreserve verpflichtet, noch bis ins Alter von 60 Jahren. Soldaten leiden oft unter Mangelernährung. Viele verhungern.

Foto: Nathalie Daoust
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Menschliche Leinwand: Beim Arirang-Festival treten rund 100.000 Turner auf, um die Herrscher Nordkoreas zu feiern. Die Kulisse im Hintergrund bilden 30.000 Kinder, die sich simultan wie eine riesige Werbetafel bewegen. Für das Event trainieren sie im Vorfeld über Monate, manchmal zwölf Stunden am Tag.

Foto: Nathalie Daoust
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Bewegungsunfreiheit: Die Transportwege in Nordkorea sind langsam und kompliziert. Obwohl auf den Fernstraßen kaum Autos unterwegs sind, dürfen die Bürger nur auf der Kriechspur fahren, bei maximal 25 Meilen pro Stunde. Überholen ist verboten.

Foto: Nathalie Daoust
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Männerstaat: Nordkorea ist eine streng patriarchische Gesellschaft. Frauen sind traditionell niedriger gestellt als Männer. Zwar verdienen sie durchschnittlich mehr als 70% des Einkommens in den Haushalten. Trotzdem wird Gewalt gegen Frauen oft hingenommen. Vergewaltigung gilt nicht als Verbrechen.

Foto: Nathalie Daoust
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Einkommen ohne Auskommen: Mehr als 12 Millionen Menschen in Nordkorea leben in extremer Armut. Ein Regierungsangestellter verdient durchschnittlich ungefähr einen Dollar im Monat. Viele Menschen sind gezwungen schwarz zu arbeiten. Zum Beispiel in illegalen Fabriken, wo sie Schuhe und Kleidung herstellen.

Foto: Nathalie Daoust
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Der Kim-Il-Sung-Platz: in Pjöngjang ein zentraler Schauplatz für Wettrennen, Tänze und Militärparaden. Optisch und in seiner Funktion ähnelt er dem Tiananmen-Platz in Peking. Er ist 75.000 Quadratmeter groß - das ist so viel wie zehn Fußballfelder. An den Seiten hängen Porträts von Kim Il Sung und Kim Jong Il.

Foto: Nathalie Daoust
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Erbsünde? Das nordkoreanische Erbrecht geht bis zu drei Generationen rückwärts. Will heißen: Wenn man eine Straftat begeht, dann müssen unter Umständen noch die Kinder und Enkelkinder die volle Straflast tragen. Also zum Beispiel für ihre Eltern ins Gefängnis gehen. Kinder, die im Gefängnis geboren sind, werden auch als Gefangene behandelt.

Foto: Nathalie Daoust
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(K)eine Meinung: Die Verfassung von Nordkorea garantiert zwar Rede- und Versammlungsfreiheit. In der Praxis toleriert das Regime aber keine Kritik an seiner Herrschaft. Versammlungen sind nur im Rahmen von Staatszeremonien gestattet. So soll die Verbreitung liberaler Vorstellungen verhindert werden.

Foto: Nathalie Daoust
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Alles Theater: Junge Kinder führen vor Touristen komplizierte Choreographien auf - mit höchster Perfektion. Für Kinder ist es eine große Ehre für diese Aufführungen ausgewählt zu werden. Und das obwohl sie beim Training immer wieder misshandelt werden. Essen, Trinken, sogar Toilettengänge werden oftmals unterbunden, um sie früh schon zu Disziplin zu erziehen.

Foto: Nathalie Daoust
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Lebenslänglich: Nordkorea betreibt offiziell 16 Konzentrationslager. Bis zu 200.000 Menschen sitzen dort fest. Manche Gefängnisse haben die Größe einer ganzen Stadt. Die Insassen müssen oft gefährliche Arbeiten verrichten, werden gefoltert. Die Sterberaten sind deshalb hoch.

Foto: Nathalie Daoust
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Auf engem Raum: Immer häufiger bewegen sich die Bewohner von Pjöngjang mit Fahrrädern durch die Stadt. Die meisten Bewohner können sich das allerdings nicht leisten und pendeln zu Fuß zur Arbeit oder zwängen sich in überfüllte Busse.

Foto: Nathalie Daoust
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Wahllos: In Nordkorea herrscht Wahlpflicht. Die Abstimmungen haben aber keinerlei politische Bedeutung. Auf dem Stimmzettel steht nur ein Kandidat. Mit den Wahlen behält die Regierung Kontrolle über ihr Volk und macht mögliche Abtrünnige ausfindig.

Foto: Nathalie Daoust
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Schule nach Plan: In der Mittelstufe müssen alle Schüler einen Kurs über Kim Jong Un absolvieren. Dauer: drei Jahre. Noch in den Neunzigerjahren mussten alle Lehrer einen Test für ein Zertifikat ablegen: als Beleg für die Tauglichkeit als Lehrkraft.

Foto: Nathalie Daoust
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?