Friesisch für Fortgeschrittene Gud dai!
Kaum hat die Fähre von Dagebüll die Urlauber in Wittdün auf Amrum abgesetzt, betreten sie dialektisches Neuland. Wermutstropfen: Heute spricht nur noch ein Viertel der etwa 2000 Insulaner Amrumer Friesisch.
Hüter des Amrumer Sprachschatzes: Einst fuhr Jens Quedens, 72, zur See, heute ist der bekannte Insulaner Buchhändler, Verleger, Fotograf und gibt Öömrang-Unterricht.
Vier fremde Worte für ein wunderbares Gefühl: "Rüm hart, klaar kimang" heißt "Weites Herz, klarer Horizont". Ach, Amrum!
Auf dem Radweg zwischen Wittdün und Nebel ist man dem Wattenmeer ganz nah. Und verirren kann man sich garantiert nicht: Die Ortseingangsschilder auf der Nordseeinsel sind zweisprachig.
Friesisch ist nicht gleich Friesisch. Auf Amrum spricht man Öömrang, auf der Nachbarinsel Föhr hingegen Fering und auf Sylt Sölring.
Dieser vierbeinige Inselbewohner muss sich keine Gedanken um Friesisch-Lektionen machen. Er hält auf der Weide direkt am Meer einfach die Nüstern in den Nordseewind.
Der Grabstein auf dem Friedhof in Nebel, erinnert an einen berühmten Inselbewohner aus dem 18. Jahrhundert: den Amrumer Kapitän Hark Nickelsen.
Diese Weite! Kein Wunder, dass die Amrumer seit jeher als außerordentlich freiheitsliebendes Inselvölkchen gelten.
Geh doch hin, wo der Strandhafer wächst: In einem Strandkorb auf Amrum läßt es sich gut durchatmen.
Wenn der eigene Kopf schwirrt vom Amrumer Friesisch, hilft ein Blick gen Möwenhimmel.
Sie reden nicht, sie rufen: Die Ringelgänse legen auf der nordfriesischen Insel aber nur einen Zwischenstopp ein. Ihre Brutplätze in Grönland und Spitzbergen liegen noch Tausende Kilometer entfernt.