Notnagel Web Schau! Mich! An!
Fresh Hell: Der Schauspieler Brent Spiner ("Data") ist noch leidlich im Geschäft, auch wenn er populärere Tage erlebt hat. Im Web nimmt er sich selbst in einer Mini-Serie auf die Schippe, die seinen (fiktiven) Abstieg thematisiert. Der Witz daran: Kaum jemand will "Fresh Hell" sehen - Brent Spiner hin oder her.
Milo Ventimiglia (rechts) schien 2006 ein aufsteigender Star zu sein: Als Peter Petrelli spielte er die Hauptrolle in "Heroes", in "Rocky Balboa" Sylvester Stallones Sohn. Seitdem plätschert die Karriere vor sich hin. 2009 versuchte Ventimiglia, seine Popularität für ein eigenes TV-Format im Web zu nutzen. Doch "Ultradome" wurde zum Voll-Flopp, der nach fünf Folgen mangels Interesse eingestellt wurde.
Zack, die Bohne: Gina-Lisas Popularität gründete darauf, dass sie bei Heidi Klums "Next Topmodel" den 12. Platz machte - dabei aber mit gehörigem Proll-Appeal auffiel. Bereits seit Mai 2008 dokumentiert "Gina Lisas Welt" (bisher 151 Folgen) die Untiefen des Starlett-Lebens im Web. Das Format gilt als Erfolg - obwohl die Videos seit geraumer Zeit nicht alle auch nur vierstellige Abrufzahlen erreichen. Auch Gina-Lisa will kaum jemand sehen.
Boris-Becker.tv: Kaum ein Star, dessen Ruhm auf vergangenen Leistungen beruht, vermarktet sich geschickter als "Bobbele". Als Werbefigur zieht er - nur, wenn man ihn redend vor die Kamera lässt, wird so gut wie immer ein Flopp daraus. Auch mit der Presse liegt er regelmäßig im Clinch - was läge da näher, als all dem Medien-Müll über ihn selbstproduzierte TV-Qualität entgegenzustellen? Was dabei herauskommt, könnte man als Realsatire bezeichnen - wenn es nicht so penetrant wäre. Zum Glück schaut kaum einer zu.
Der Gefeuerte: Bei Fox News fiel Moderator Glenn Beck in Ungnade, jetzt bereitet er seinen eigenen TV-Sender vor - im Internet. Ab September soll man da neben Glenn Beck vor allem Glenn Beck sehen - für nur 4,95 Dollar im Monat. Wer noch mehr Glenn Beck sehen will, darf auch das Doppelte zahlen. Wer vor dem 12. September abonniert, zahlt aber nur die Hälfte. Verwirrend? Ja, vor allem das Geschäftsmodell: Ob das wirklich jemand mitmacht?
Noch so einer: Die Debatte darüber, ob Charlie Sheen nun wahnsinnig witzig oder einfach nur noch wahnsinnig ist, läuft noch. Klar scheint hingegen inzwischen, dass er sich in wenigen Wochen um seine Karriere gequatscht hat. Seine Web-Initiative, mit der er an TV-Sendern vorbei die Welt beglücken wollte, wurde zum peinlichen Fiasko. Seit Ende März ist auf seinem YouTube-Channel Funkstille, er selbst hat sich seitdem nicht mehr eingeloggt.
Stellenanzeige: Der Fußballprofi Owen Hargreaves (Bayern München, Manchester United) ist noch ohne Vertrag für die nächste Saison. Seit einigen Tagen wirbt er mit einem YouTube-Kanal für sich, auf dem er sein Training dokumentiert, sich dem Markt feilbietet. Sehr her, ich bin noch fit, soll das heißen. Es wäre ein bitteres Ende für eine stolze Karriere, wenn niemand hinsähe.
Elke Heidenreich: Als sich das ZDF im Streit von ihr und ihrer im TV populären Sendung "lesen" trennte, wagte sie den Schritt, einfach im Web weiter zu machen. Als "lesen" dann aus dem Internet verschwand, bekam es kaum noch einer mit: Was im TV funktioniert, klappt online noch lange nicht unbedingt.