Notre-Dame Mühsamer Aufbau
Sechs Monate nach dem Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Frankreichs Kulturminister Franck Riester zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über den Stand auf der Baustelle gegeben.
Das Fazit des Ministers: "Noch immer ist Notre-Dame gefährdet."
Bereits der Abbau des Metallgerüsts, das die Kathedrale überspannt, könnte sich hinziehen. "Eine sehr delikate Operation, die mindestens vier bis sechs Monate andauern wird", sagte Riester.
Mit allen Mitteln müsse verhindert werden, dass der Abbau des Gerüsts die durch das Feuer geschädigten Gebäudeteile gefährde und es zu einem Einsturz komme, sagte Riester.
Die Sicherungs- und Konsolidierungsarbeiten würden auf jeden Fall noch einen großen Teil des Jahres 2020 beanspruchen, so der Minister.
Allein für diese Arbeiten veranschlagte Riester 85 Millionen Euro. Die zugesagten Spendengelder bezifferte der Kulturminister auf 922 Millionen Euro.
Zu dem Zeitplan, den Präsident Emmanuel Macron noch am Tag nach dem Brand verkündet hatte, äußerte sich Riester zurückhaltend. Macron hatte einen Abschluss der Wiederaufbauarbeiten innerhalb von fünf Jahren in Aussicht gestellt.
Es sei richtig gewesen, ein ehrgeiziges Ziel vorzugeben, sagte Riester: "Aber unsere erste Priorität muss sein, eine qualitativ hochwertige, erstklassige Restaurierungsarbeit zu leisten."
Verzögerungen gibt es auch beim angekündigten internationalen Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau des Daches. Er ist immer noch nicht ausgerufen worden. Vielleicht werde es auch nur einen "Ideenwettbewerb" geben, teilte der französischer Kulturminister mit.
Ein Wettbewerb soll sich voraussichtlich nicht auf die Rekonstruktion des Daches beziehen, sondern auch die Umgebung Notre-Dames soll miteinbezogen werden.