NS-Täter Mein Großvater, der Verbrecher
Ganz nah am "Führer": Adolf Hitler (hinten) beobachtet zusammen mit Hanns Elard Ludin (l.) und Hermann Göring (r.) den Vorbeimarsch der SA Gruppe Süd-West beim Reichsparteitag in Nürnberg 1936.
Aufmarsch der SA: Beim Reichsparteitag in Nürnberg 1936. Die SA Gruppe Süd-West marschiert unter den Augen von Adolf Hitler (im Auto), Hanns Elard Ludin (unterhalb von Hitler), Hermann Göring (r.) und Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess (ganz l.) vorbei.
Ludin in Zivil: Hanns Ludin, Hitlers rechte Hand in der Slowakei, sitzt 1943 in der Ehrenloge eines Sportfestes der Hitlerjugend in Zivira. Er verstand es, vielen Slowaken das Gefühl einer Quasi-Souveränität zu vermitteln und sie davon zu überzeugen, dass es in ihrem Interesse sei, den Willen des Deutschen Reiches umzusetzen - wie etwa die Deportation und Ermordung von 70.000 slowakischen Juden.
Mutter und Tochter: Hanns Ludins Ehefrau Erla mit ihrer ältesten Tochter Erika in der Slowakei. Ludin ist ein Name, an den man sich dort auch nach dem Krieg noch lange erinnerte.
Die stolze Mutter: Erla, die Ehefrau von Hanns Elard Ludin, mit ihren vier Töchtern auf einem Foto von 1939. Sie erzog ihre Töchter und später auch ihre Enkel dazu, an Hanns als "unbescholtenen Nazi" zu glauben. Die älteste Tochter Erika (ganz r.) hielt dem Druck nicht stand, sie wurde depressiv und beging später Selbstmord.
Familie: Das Ehepaar Ludin mit seinen Töchtern 1940. Im Jahr darauf wurde Hanns Ludin Hitlers Gesandter in der Slowakei, 1947 wurde er für seine Kriegsverbrechen gehängt. Seine Ehefrau und seine Töchter überwanden das Trauma nie richtig. Enkelin Alexandra, die Tochter von Erika (l. u.) hat die Familiengeschichte in einem Buch verarbeitet.
Als Abiturient: Der spätere Kriegsverbrecher Hanns Elard Ludin zur Zeit seines Schulabschlusses im Jahr 1924. Ab 1941 war er Hitlers Gesandter in der Slowakei und unter anderem mitverantwortlich für die Deportation und Ermordung von 70.000 slowakischen Juden.
Erla und ihre Kinder: Zehn Jahre zuvor war ihr Mann Hanns Elard Ludin für seine Kriegsverbrechen hingerichtet worden. Ihre sechs Kinder und später auch ihre Enkel erzog sie trotzdem dazu, immer an den "unbescholteten Nazi" zu glauben. Tochter Erika (o. l.) konnte mit dem schweren Erbe nicht umgehen, sie wurde depressiv und beging später Selbstmord.
Erika und Heinrich Senfft: Nach außen hin war Erika eine lebenslustige junge Frau, hier mit ihrem Ehemann Heinrich während einer USA-Reise. Innerlich konnte sie jedoch das Erbe ihres Vaters Hanns Ludin nur schwer verkraften.
Junges Glück: Erika und Heinrich Senfft mit ihrer Tochter Alexandra. Erikas Vater war Hanns Ludin, Hitlers Gesandter in der Slowakei - ein Erbe das schwer auf der Familie lastete.
Zu Dritt: Erika und Heinrich Senfft mit Tochter Alexandra auf dem Weg zur Hochzeit von einer der Schwestern Erikas. Erikas Vater war Hanns Ludin, Hitlers Gesandter in der Slowakei.
Ägyptenreise: Ausgelassen tanzt Erika Senfft (l.) während eines Urlaubs in Ägypten 1976. In glücklichen Momenten wie diesen konnte sie ihr Kindheitstrauma vergessen.
Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Bildes war angegeben, dass Erika Senfft die Person rechts im Bild sei. Sie ist jedoch die Person links. Wir bitten um Entschuldigung.
Mit Oma Erla: Die Autorin Alexandra Senfft als Kind während eines Dänemarkurlaubs mit ihrer Oma Erla Ludin. Ihren Großvater lernte sie nie kennen, da dieser schon 14 Jahre vor ihrer Geburt hingerichtet worden war.
Erika: Als sie 14 Jahre alt war, wurde ihr Vater Hanns Ludin wegen seiner Kriegsverbrechen hingerichtet. Sie konnte nie richtig um ihn trauern. Depressionen und später ihr Selbstmord waren die Folgen.
Erla mit Enkeltochter: Autorin Alexandra Senfft mit ihrer Großmutter Erla Ludin. Ab 1941 lebte Erla mit ihrer Familie in der Slowakei - ihr Mann Hanns Ludin war Hitlers dortiger Abgesandter.
Drei Generationen: Hanns Ludins Frau Erla (r.) mit ihrer Tochter Erika und ihrer Enkeltochter Alexandra Senfft.
Alexandra Senfft: Hanns Elard Ludin, Hitlers Gesandter in der Slowakei, war ihr Großvater. Senfft, die 14 Jahre nach seiner Hinrichtung geboren wurde, schreibt in ihrem Buch über das Leben mit dem Trauma der Täterfamilie.
Familiengeschichte: Das Buch von Alexandra Senfft heißt "Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte". Erschienen im claassen Verlag, Ullstein Buchverlage, Berlin 2007; 351 Seiten; 19,95 Euro.