NS-Verbrechen - DER SPIEGEL
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NS-Verbrechen "Die Kinder spielten im Leichenkeller"

Hunderte KZ-Opfer sollen im brandenburgischen Jamlitz verscharrt sein. Wenn es stimmt, wäre es das wohl größte noch unentdeckte NS-Massengrab in Deutschland. Jetzt graben Archäologen nach der Wahrheit - und Dorfbewohner wie Christa Wiernowolski in ihren Erinnerungen.
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Warten auf einen Fund: Peter Fischer (r.) vom Zentralrat der Juden in Deutschland beobachtet die Ausgrabung in dem Jamlitzer Garten. Die sterblichen Überreste von mehr als 750 jüdischen Insassen einer Außenstelle des KZ Sachsenhausen werden hier vermutet.

Foto: Markus Schreiber/ AP
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Suche nach dem Massengrab: Archäologen und Grabungstechniker arbeiten an der Ausgrabungsstätte in Jamlitz. Am 2. Februar 1945 sollen hier bei einer Mordaktion der SS über 750 jüdische Frauen und Männer erschossen worden sein. Die Grabungen laufen sollen noch bis Mitte Mai 2009 laufen.

Foto: dpa
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Rabbiner in Jamlitz: Drei Rabbiner der internationalen Organisation Athra Kadisha, die sich für den Erhalt von jüdischen Friedhöfen einsetzt, stehen am 22. April 2009 an der Grabungsstätte in Jamlitz.

Foto: ddp
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Akribische Suche: Eine Frau markiert auf dem Grundstück in Jamlitz eine mögliche Fundstelle. Das Arbeitslager Lieberose, eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen, die während des Nationalsozialismus bei Jamlitz befand, hatte sich im Laufe des Jahres 1944 zum größten jüdischen Häftlingslager im Osten des "Altreiches" entwickelt.

Foto: ddp
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Grabung verweigert: Im Garten dieses Hauses in Jamlitz begannen im April 2009 Grabungen nach den sterblichen Überresten von NS-Opfern. Historiker vermuten hier ein Massengrab jüdischer KZ-Häftlinge. Der Grundstückseigentümer hatte jedoch über Jahre seine Zustimmung zu den Grabungen verweigert. Erst im Herbst 2008 kam es vor Gericht zu einer Einigung zwischen ihm und dem zuständigen Amt Lieberose.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Gruselige Gebäudereste: Reste des Kellers einer Baracke im ehemaligen Außenlagers des KZ Sachsenhausen sind noch heute auf dem Gelände der Gedenkstätte in Jamlitz zu sehen. Früher zog der unterirdische Bau, von den Anwohnern "Leichenkeller" genannt, vor allem spielende Kinder an.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Massengrab entdeckt: In einer Kiesgrube bei Staakow, vier Kilometer östlich von Jamlitz, wurden im Mai 1971 die sterblichen Überreste von 577 Menschen gefunden.

Foto: Bezirksstaatsanwaltschaft Cottbus/KZ-Gedenkstätte Lieberose
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Exhumierung: Die Ermittlungen der DDR-Behörden zu dem Massengrab in der Staakower Kiesgrube ergaben 1971, dass es sich um KZ-Häftlinge handelte, die 1945 bei der Auflösung des Lagers Lieberose, einer Außenstelle des KZ Sachsenhausen ermordet worden waren.

Foto: Bezirksstaatsanwaltschaft Cottbus/KZ-Gedenkstätte Lieberose
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An der Fundstelle: Im Mai 1971 wurden die Skelette von 577 bei der Auflösung des Lagers ermordeten Häftlingen gefunden. Historiker vermuten heute, dass damals noch weit mehr KZ-Häftlinge umgebracht wurden und auf der letzten verbliebenen sogenannten Verdachtsfläche des ehemaligen Lagergeländes ein weiteres Massengrab gefunden werden könnte.

Foto: BStU Frankfurt/Oder
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Augenzeuge: In dieser Zeichnung hielt der norwegische KZ-Häftling Odd Nansen, später Mitbegründer von Unicef, 1945 die Ankunft des Todesmarsches aus dem KZ-Außenlager Lieberose im Hauptlager Sachsenhausen fest. Sie ist seinem 1945 erschienen Zeitzeugenbericht "Fra dag til dag" entnommen. Die Übersetzung des Textes lautet: "Sie waren lebende Teufel. Der Platz zwischen Block 13 und 14. Ein Transport mit Juden ist aus 'Lieberose' gekommen, und SAW-Typen [Sonderabteilung Wehrmacht, d. Red.] voller sadistischer Extase, bewaffnet mit Gummiknüppeln, machen reiche Ernte fürs Krematorium."

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Erinnerung an die Häftlinge: Dieser Lagerstein des KZ-Außenlagers Lieberose wurde 1944 von einem der Häftlinge im Auftrag der SS angefertigt.

Foto: Roland Richter/KZ-Gedenkstätte Lieberose
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?