NYPD-Skandale Polizei mit PR-Kompetenz
Die New Yorker Polizei macht derzeit mit einer Reihe von Skandalen von sich reden: Scharf kritisiert wurde das Vorgehen des NYPD bei den Protesten der Occupy-Bewegung im November. Hier wird ein Journalist zur Seite gedrängt.
Der NYPD-Inspektor Anthony Bologna soll wehrlose Demonstranten mit Pfefferspray attackiert haben. Bologna wurden dafür zehn Urlaubstage gestrichen.
Bei den Auseinandersetzungen gab es zahlreiche Verletzte.
Der Chef der New Yorker Polizei, Ray Kelly, präsentiert auf einer Pressekonferenz Einzelteile einer Rohrbombe, die der mutmaßliche Terrorist Jose P. angeblich bauen wollte. Das NYPD habe den Qaida-Sympathisanten rechtzeitig dingfest gemacht, hieß es. "Wir hatten Bereitschaftsbeamte vor Ort um notfalls die Tür einzutreten."
Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg (hier im Oktober bei einer Pressekonferenz) war zu der Vorstellung gekommen. In einer Holzkiste lagen: eine Uhr, eine Batterie, eine Lichterkette, das Eckstück eines Abflussrohrs. Die telegene Show zeigte Wirkung: Alle US-Medien machten prompt mit der gleichen Nachricht auf: Erneut habe das New York Police Department (NYPD) ein Terrorkomplott vereitelt.
Mit von der Partie bei der Präsentation war auch Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance, Chefankläger im eingestellten Verfahren wegen sexueller Belästigung gegen den ehemaligen IWF-Chef Strauss-Kahn.
Auf dem New Yorker Foley-Platz protestieren Muslime gegen Übergriffe von Seiten des NYPD und der CIA.
"Nein zu einem Polizeistaat", warnen die Protestierenden.
Die Zahl der aufgedeckten Skandale innerhalb der New Yorker Polizei steigt: So sagte ein Ex-Beamter unter Eid aus, Drogen-Cops würden für aufgedeckte Heroin- und Drogendelikte mit Überstundensold belohnt. Das habe zur Folge, dass einige solche Delikte vortäuschten, indem sie die Drogen völlig Unschuldigen unterschöben - eine Prozedur, die im NYPD-Jargon "Flaking" heißt.
In der Bronx wurden 16 NYPD-Beamte wegen Korruption angeklagt: Sie sollen für Freunde und Verwandte Strafzettel "beseitigt" haben, im Gegenzug für Gefälligkeiten und Schmiergeld. Es ist der größte NYPD-Korruptionsfall seit den fünfziger Jahren.