Österreichs Studentenproteste "Drübagfoan!"
Erboste Demonstranten (am 17. Januar in Wien): Die Studenten verlangen von Österreichs neuer Regierung die Abschaffung der Studiengebühren, wie die Sozialdemokraten es im Wahlkampf versprochen hatten. Mehr...
Wahlsieger Alfred Gusenbauer (vor seiner Regierungserklärung am 16. Januar im Wiener Parlament): Der neue Kanzler ist der erklärte Gegner der Demonstranten. "Die neue Handschrift ist klar erkennbar", sagte er zur Regierungsbildung. "Die sozialdemokratische Handschrift muss mit unsichtbarer Tinte geschrieben sein", konterte Torsten Engelage, Jurastudent und Vorsitzender der Sozialistischen Jugend.
Versteh den Ösi: Den Slogan "Drübagfoan" (drübergefahren) setzten junge Sozialdemokraten am 9. Januar nahe der Wiener Hofburg ins Bild - sie sehen sich von der SPÖ überrollt.
Protestler in Wien (11. Januar): Die Studenten werfen der SPÖ vor, bei den Koalitionsverhandlungen umgefallen zu sein.
Studenten in Rage: Vom SPÖ-Wahlkampfslogan "Gusenbauer - weil er die Wahrheit sagt" fühlen sie sich verhöhnt.
Akademischer Aufstand: Manche Studentenvertreter rechnen sich Chancen auf Nachverhandlungen aus, um die Studiengebühren doch noch zu kippen. Kanzler Gusenbauer und die ÖVP lehnen das aber strikt ab.
Aktion in Wien: Vor der Universität kehrten die Demonstranten zunächst die Ringstraße und zogen dann zur unweit gelegenen SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße.
Konfrontation (am 11. Januar während der Vereidigung der neuen Regierung): Über 2000 Demonstranten, der Großteil von ihnen Studenten der roten Organisationen, versammelten sich auf dem Ballhausplatz. Die Mehrheit verhielt sich friedlich, einige gerieten mit der Polizei aneinander.