Umrüstung auf Elektro Neues Leben im alten Auto
Läuft und läuft und läuft - und zwar flüsterleise. Mit dem E-Antrieb ist das Brummen des Boxer-Motors Geschichte - und mit ihm die Ölflecken in der Oldtimer-Garage.
Geht nicht, gibt's nicht - das war für Johannes Boddien der Antrieb für die Umrüstung.
Im Bug hat der Jurist und Internetunternehmer das Ladegerät untergebracht.
Hinter der Tankklappe verbirgt sich die Ladebuchse. Wer sich damit in eine Haushaltssteckdose einstöpselt, steht schon beim Modell mit der kleinsten Batterie 2,5 Stunden. Es gibt aber schnellere Ladegeräte.
Dort, wo früher im Käfer gern das jüngste Kind der Familie untergebracht wurde, steckt jetzt eine Kiste mit Akkus für bis zu 400 Kilometer Reichweite.
Innen hat sich Boddien fast alle Änderungen verkniffen. Die Tankuhr zeigt jetzt den Ladestand, den Not-Aus-Knopf verlangt der Gesetzgeber. Alles andere zeigt ein Tablet an, das unters Cockpit geklemmt wird.
Wo früher der Boxer-Motor knatterte, stecken jetzt die Leistungselektronik und ein elektrischer Industriemotor mit 28 kW - natürlich luftgekühlt wie beim Original.
Vom Original unterscheidet sich der Volttimer nur durch den Schriftzug und das E im Kennzeichen, das bisweilen für Nachfragen sorgt.
Die Idee hatte Boddien selbst, doch weil er eher ein Theoretiker ist, lässt er den Umbau von befreundeten Werkstätten erledigen.
Der Umbau dauert rund 100 Stunden, und die Preise beginnen bei 30.000 Euro - das Basisfahrzeug inklusive.
Mit dem E-Motor beschleunigt der Käfer besser und würde auch schneller fahren, wenn ihn Boddien nicht auf das ursprüngliche Spitzentempo von 120 km/h limitieren würde.
Voltimer bietet seine Umrüstungen mit drei Akkupacks für 100, 200 oder 400 Kilometer an und hat damit offenbar Erfolg: Fünf Autos sind schon umgebaut, drei in Arbeit und drei weitere in Planung.