Oliver Scheytt: Freihandelsabkommen mit USA - DER SPIEGEL
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Kulturmanager Scheytt Gefahr für Europas Kultur

Er ist Peer Steinbrücks Mann fürs Feingeistige, doch Oliver Scheytt kann auch grob. Im Interview wettert das Mitglied im SPD-Schattenkabinett gegen das Freihandelsabkommen mit den USA. Er fürchtet den Niedergang des deutschen Kulturstaats - und den aggressiven Kultur-Kapitalismus aus Amerika.
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Oliver Scheytt, 55, ist Kulturmanager und Pianist. Einem größeren Publikum bekannt wurde er mit der Bewerbung Essens als Kulturhauptstadt Europas, die er maßgeblich steuerte. Scheytt führt zudem in Essen eine Strategieberatungsfirma.

Foto: Friso Gentsch/ picture alliance / dpa
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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück holte Scheytt im Juni 2013 in sein Kompetenzteam, wo er zuständig ist für die Bereiche Kunst und Kultur. Vor diesem Hintergrund ruft er nun zum Kampf gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA auf.

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa
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Scheytt fürchtet, dass wir Europäer unsere kulturelle Identität bald nicht mehr so fördern können, wie wir es gewohnt seien - falls die Kultur nicht aus dem Freihandelsabkommen herausgelöst wird. "Museen, Theater, der Buchmarkt - so ziemlich alles wäre betroffen", sagt Scheytt - also zum Beispiel auch die Museen auf der Kölner Museumsinsel.

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Gäbe es dann in Deutschland bald nur noch private Museen der Marke USA, mit volkstümlichen, populären Inhalten? So wie das Liberace Museum in Las Vegas? Das wohl nicht. Doch Scheytt warnt davor, sich auf private Kulturförderung zu verlassen: "In den Vereinigten Staaten sind viele Kulturinstitutionen abhängig von der Lage der Banken. Als die Märkte zusammenbrachen, wurde in den USA eine Kultureinrichtung nach der anderen geschlossen."

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Zudem sieht Scheytt die Gefahr, dass Deutschland und Europa durch das Freihandelsabkommen in einen kulturellen Markt-Wettbewerb gezwungen werden, den sie nur verlieren können. Als Beispiel führt er die Filmbranche an, wo die USA mit ihren Großproduktionen (hier eine Szene aus "Django Unchained" von Quentin Tarantino) die europäischen Kinomacher längst abgehängt hätten.

Foto: AP/The Weinstein Company
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Trotz künstlerischer Highlights wie der deutschen Produktion "Oh Boy" konstatiert Scheytt für die Filmbranche: "Wir sind zu schwach auf diesem Feld. Der Markt hat hier längst für eine Bereinigung gesorgt."

Foto: X Verleih
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Scheytt meint, dass sich dieses Szenario auf andere Kulturbereiche übertragen lässt - etwa auf die Musikwirtschaft oder die Theaterkunst. Statt Inszenierungen von Ensembletheatern sehen zu können - wie hier die "Die Brüder Karamasow" am Hamburger Thalia Theater - müsste sich das deutsche Publikum...

Foto: Markus Scholz/ dpa
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...dann zum Beispiel mit immer mehr Musicals arrangieren (hier eine Szene aus dem Musical "Kinky Boots").

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