Olympia 1936 Der boykottierte Boykott
Eröffnung der Olympischen Spiele: Am 1. August 1936 werden in Berlin die XI. Olympischen Spiele eröffnet. Auf der Ehrentribüne verfolgt Adolf Hitler (oben, M.) den Einzug der Athleten ins Olympiastadion. Die Hitlerdiktatur, die die 1931 vergebenen Spiele praktisch von der Weimarer Republik "geerbt" hatte, missbrauchte das Fest erstmals in seiner Geschichte bewusst zum Verfolgen politischer Ziele durch Prestige-Gewinn im Sport.
Festumzug: Olympische Spiele im Sommer 1936 in Berlin - die Läufergruppe vor dem festlich geschmückten Hotel Adlon.
Jesse Owens gewinnt über 100 Meter: Der Amerikaner Jesse Owens (r.) läuft im 100 Meter-Endlauf in 10,3 Sekunden bei den XI. Olympischen Sommerspielen in Berlin 1936 als Erster durchs Ziel. Mit dem Gewinn von insgesamt vier Goldmedaillen (außerdem 200 Meter: 20,7 Sekunden; Weitsprung: 8,06 Meter und als Startläufer der US-Staffel: 39,8 Sekunden) wird Owens zum sportlichen Symbol der Olympischen Spiele der Nazis.
Sichtbarer Antisemitismus: Vor den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936 wurden öffentliche Signale des Antisemitismus aus dem Straßenbild entfernt, etwa "Juden-unerwünscht"-Schilder an Restaurants und Hotels. Manch ein Schild blieb aber auch hängen.
Leni Riefenstahl: Die deutsche Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl mit einem Fotoapparat bei der Arbeit. Eines von Riefenstahls bekanntesten Werken ist der Film-Zweiteiler über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit".
IOC-Präsident Brundage: Der Präsident des Internationalen Olympischen Kommittees Avery Brundage am 11. September 1972. Brundage wurde berühmt für die inzwischen legendäre Parole "The games must go on." Nachdem elf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen 1972 in München von Terroristen ermordet worden waren, trat das IOC zu einer Krisensitzung zusammen, nach der Brundage den Satz verkündete. Die Spiele gingen weiter.
Augen aufs Ziel gerichtet: Avery Brundage als junger Sportler bei den olympischen Spielen 1912 im schwedischen Stockholm. 1936, zu den Sommerspielen in Berlin, wurde er Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), 1952 dann Präsident des IOC.
Olympisches Feuer in Berlin: Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin begannen mit einem Fackellauf. Die Fackel wurde am 20. Juli in Olympia entzündet und dann von 3331 Läufern aus sieben Nationen nach Berlin gebracht, wo mit ihr das olympische Feuer entzündet wurde. Hier haben die Läufer gerade die Belle-Alliance-Straße (heute Mehringdamm in Tempelhof/Kreuzberg) erreicht.
Wilhelm Frick: Der Reichsinnenminister bei einer Rundfunkansprache in Berlin. Rechts hinter ihm der Chef der Ordnungspolizei Kurt Daluege mit anderen Polizeiführern. Anlass war eine Kundgebung auf dem Königsplatz vor dem Reichsinnenministerium.
Die "blonde He": Die Weltmeisterin im Fechten, Helene Mayer, im Februar 1935 in den USA. Die Goldmedaillengewinnerin von 1928 hatte Deutschland aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verlassen müssen und war in die USA ausgewandert. Für die Olympischen Spiele 1936 nahm sie vorübergehend noch einmal die deutsche Staatsbürgerschaft an, trat im deutschen Kader an und gewann die Silbermedaille.
Thomas Mann: Der Schriftsteller auf einem kolorierten Stahlstich von Johann Lindner aus dem Jahr 1904. Mann hatte 1936 zusammen mit anderen, die Fechterin Helene Mayer gebeten, nicht für das "Dritte Reich" anzutreten, nachdem sie in die USA hatte flüchten müssen. Sie hatte jedoch erklärt, es wäre ihr eine Ehre, für Deutschland zu fechten.
Fünf Ringe für Lenin: Das Moskauer Olympiastadion, das sogenannte Lenin-Stadion von außen mit einer Statue von Lenin davor. 1980 fanden hier die Olympischen Spiele statt.
Der Boykott ist offiziell: Larry Hough, Anita De Frantz und Fred Newhouse (v.l.), Mitglieder des US-Sportlerverbandes, verkünden nach einem Treffen mit Regierungsmitgliedern am 3. April 1980 in Washington D.C. den Boykott der Olympischen Spiele in Moskau. Ihr Kompromissversuch, nur die offiziellen Zeremonien zu boykottieren, aber an den Sportveranstaltungen teilzunehmen, wurde im Weißen Haus nicht akzeptiert. Die USA und 64 andere Staaten nahmen schließlich - wegen des Einmarschs der Sowjetunion in Afghanistan - nicht an den Spielen teil.
Kurz vor der Eröffnungszeremonie: Der US-amerikanische Hürdenläufer Edwin Moses bei seiner Ankunft bei den Olympischen Spielen im Juli 1984 in Los Angeles. Die meisten Ostblockstaaten waren als Gegenzug zum Boykott der Spiele 1980 in Moskau nicht zu den Sommerspielen nach Los Angeles gekommen, lediglich die Jugoslawen und die Rumänen beteiligten sich. Und noch ein kommunistisches Land war in den USA dabei: Zum ersten Mal überhaupt war eine Mannschaft der Volksrepublik China bei den Olympischen Spielen vertreten.
Hitlergruß im Stadion: Die Zuschauer im vollbesetzten Berliner Olympiastadion begrüßen die Sportler im August 1936 mit dem Hitlergruß.
Das Auge der Welt: Die erste deutsche Fernsehkamera während der Berichterstattung aus dem Berliner Olympiastadion im Sommer 1936.
Eröffnungsfeier in Berlin: Der Einmarsch der US-Mannschaft bei den XI. Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Die Zuschauer begrüßen die Sportler mit Hitlergruß.
Goldsprung: Der amerikanische Athlet Jesse Owens gewinnt bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin beim Weitsprung mit 8,06 Metern die Goldmedaille.
Drei Sieger, eine Nation: Die italienischen Degenfechter Franco Riccardi (M.), Saverio Ragno und Gian Carlo Cornaggia bei ihrer Siegerehrung. Sie erkämpften im Degen-Einzelfechten bei den Olympischen Spielen 1936 alle drei Medaillen für Italien.
Fliegender Körper: Ein Stabhochspringer im Film "Olympia" (1938) von Leni Riefenstahl von 1936.
Siegerehrung der Florettfechterinnen: Bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 wurden die Fechterinnen Ellen Preis (Österreich, Bronzemedaille), Ilona Elek (Ungarn, Goldmedaille), Helene Mayer (Deutschland, Silbermedaille) (v.l.n.r.) geehrt. Mayer, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft in die USA ausgewandert war, hatte, um für Deutschland antreten zu können, vorübergehend noch einmal die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen.
Dem Wasser entgegen: Eine Turmspringerin in Leni Riefenstahls "Olympia" von 1938.
Ein Jahr bis Olympia: Die Feier zum Ein-Jahres-Countdown zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking.
Peking freut sich auf Olympia: Chinesische Sicherheitsbeamte bei der Feier zum Ein-Jahres-Countdown für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. China hat versprochen, die kommenden Spiele zu den spektakulärsten überhaupt zu machen.
Geübtes Lächeln: Junge Chinesinnen, die bei den Olympischen Spielen 2008 als Hostessen arbeiten werden, üben ihre Körperhaltung, Lächeln und Umgangsformen, um perfekt auf die in- und ausländischen Gäste vorbereitet zu sein.
Neujahrsgruß: Chinesen, die sich als die Maskottchen der Olympischen Spiele verkleidet haben, bei den offiziellen Neujahrsfeiern in der chinesischen Provinz Xian am 1. Januar 2008.
Fesseln für Reporter: Eine Pariserin trägt ein T-Shirt der Gruppe Reporter ohne Grenzen mit den Olympischen Ringen als Handschellen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass die Olympischen Spiele 2008 trotz der schwierigen Situation in China in Peking stattfinden werden.