Olympia 1968: Der Dritte im Bild - DER SPIEGEL
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Olympia 1968 Der Dritte im Bild

Bei den Olympischen Spielen 1968 entsteht eines der berühmtesten Fotos der Sportgeschichte. Es zeigt drei Läufer. Zwei von ihnen gehen in die Geschichte ein, der Dritte bleibt weitgehend unbekannt. Wer war Peter Norman?
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Eines der berühmtesten Fotos der Sportgeschichte: Tommie Smith (M.) und John Carlos (r.) protestieren am 16. Oktober 1968 in Mexiko-Stadt auf dem Siegerpodest nach dem 200-Meter-Finale der Olympischen Spiele. Auch der Australier Peter Norman protestiert, wenn auch weniger sichtbar: Wie Smith und Carlos trägt er einen OPHR-Anstecker des "Olympic Project for Human Rights".

Foto: DB/ picture-alliance/ dpa
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Der Nobody betritt die Bühne: In einem der Vorläufe egalisiert Norman mit einer Zeit von 20,2 Sekunden den olympischen Rekord. Die Favoriten aus den USA werden auf den bis dahin unbekannten Australier aufmerksam.

Foto: Anonymous/ AP
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Gewohntes Bild: In einem anderen Vorlauf gewinnt John Carlos. Der US-Amerikaner sollte im Finale Bronze holen.

Foto: AP
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Der strahlende Sieger: Tommie Smith streckt nach seinem Sieg im 200-Meter-Finale die Arme in die Höhe. Der US-Amerikaner ist selbst für Peter Norman zu schnell. "Ihn könnte man auch auf einem Motorrad nicht einholen", sagt der Australier über den Goldmedaillengewinner. Smiths Zeit im Finale: 19,83 Sekunden - damaliger Weltrekord.

Foto: AP
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Der Black-Power-Gruß: Smith und Carlos sind nicht die einzigen US-Sportler, die mit der Geste gegen Rassismus und Segregation in den USA protestieren. Auch Lee Evans streckt nach seinem Sieg über 400 Meter die Faust in die Höhe.

Foto: ullstein bild
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Der Geste erreicht die Elite-Universitäten: Nicht nur bei den Olympischen Spielen 1968 ist der Black-Power-Gruß zu sehen. Smith und Carlos machen ihn so bekannt, dass er auch bei anderen Sportereignissen zu sehen ist. Hier heben zwei männliche Cheerleader der Yale University, Greg Parker und Bill Brown, bei einer Sportveranstaltung im US-Ostküstenstaat Connecticut kurz nach den Olympischen Spielen die Faust.

Foto: Anonymous / AP
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Der Initiator: Der US-Soziologe Harry Edwards (2.v.r.) gründete ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt das "Olympic Project for Human Rights". Hier fordert Edwards eine Untersuchung des US-Olympiakomitees. Er warf dem Komitee den Missbrauch von Geldern vor.

Foto: AP
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Der weiße Black-Power-Held: Dass Peter Norman überhaupt Sprinter wurde, war Zufall. In der Jugend trainierte er als Hoch-, Weit- und Dreispringer. Dann fiel in der Laufmannschaft jemand aus und Norman sprang ein. Als letzter Läufer in der Staffel rettete er seiner Mannschaft, die weit zurück lag, den Sieg. Es zeigte sich: Sprint war seine Disziplin.

Foto: Privat
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Das Davor: Seine Hand noch im schwarzen Handschuh, nimmt Tommie Smith die Glückwünsche des Herzogs von Exeter entgegen. Wenig später kommt es zum vielleicht bekanntesten Protest in der Geschichte der Olympischen Spiele.

Foto: RW/ AP
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Das Danach: Smith und Carlos werden im Stadion ausgepfiffen. Kurz darauf werden sie aus dem US-Olympiateam ausgeschlossen und auf Lebenszeit für die Olympischen Spiele gesperrt.

Foto: imago
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Der Paria: Auch Peter Norman zahlt den Preis für seinen Protest. Er bringt die Mächtigen in der australischen Leichtathletik gegen sich auf. An den nächsten Olympischen Spielen, 1972 in München, darf er nicht teilnehmen.

Foto: Privat
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Gestohlene Generation: Ein katholischer Geistlicher mit Kindern von Ureinwohnern. Viele Kinder von Ureinwohnern wurden ihren Familien entrissen. Sie wuchsen in Heimen auf oder wurden zur Adoption durch weiße Australier freigegeben. Sie gingen als "Stolen Generation" in die Geschichte ein.

Foto: Getty Images
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Die Verhältnisse in Australien: Ein australischer Minister besucht 1957 eine Gruppe von Ureinwohnern. Nicht nur die amerikanische Gesellschaft hat in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein Rassismusproblem, sondern auch die australische. Vor allem Australiens Ureinwohner werden diskriminiert.

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Verwehrter Ruhm: Peter Norman hält bis heute den australischen 200-Meter-Rekord. Im Finale von Mexiko-Stadt lief er die 200 Meter in 20,06 Sekunden. 1972 in München hätte er mit dieser Zeit Gold geholt.

Foto: Privat
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Der Bruder wird zu Grabe getragen: Peter Norman stirbt 2006 an einem Herzanfall. Tommie Smith und John Carlos halten die Grabrede und helfen, seinen Sarg in die Erde herunterzulassen. Noch Jahre nach Normans Tod - und Jahrzehnte nach der Siegerehrung - spricht John Carlos bei öffentlichen Auftritten über ihn, nennt ihn seinen "Bruder von einer anderen Mutter".

Foto: aap Julian Smith/ picture-alliance/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?