Olympia 2008 "Wir kamen nicht mehr raus"
Fechterin Duplitzer: Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking trat Imke Duplitzer für die deutsche Mannschaft im Fechten an. Sie gehörte zu den wenigen Sportlern, die der pompösen Eröffnungsfeier im "Vogelnest" genannten Olympiastadion aus Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen in China fernblieb.
Olympische Kartenkontrolle: Im Olympischen Dorf gab es eine strenge Zweiklassengesellschaft, gekennzeichnet durch Zugangskarten mit entweder roten oder aber blauen Streifen. Der blaue Balken auf der Karte kennzeichnete den Träger als Athlet, Physiotherapeut oder Trainer. Ein roter Balken bedeutete "repräsentativ" oder "administrativ". Je nach Standeszugehörigkeit durfte man nur bestimmte Bereiche des olympischen Dorfes betreten.
Olympische Eröffnungsfeier: Mit einer monumentalen Jubelfeier wurden am 8.8.2008 um 8:08 Uhr die olympischen Spiele in Peking eröffnet. Das internationale Echo in den Medien war einhellig - zu groß, zu bombastisch, zu spektakulär. Oder wie es die "Washington Post" schrieb, "Keine Demokratie könnte oder sollte das Geld und die Manpower investieren, die in diese Feuerwerk speiende Vergötterung des Nationalstolzes sowie in die Selbstbeweihräucherung der Kommunistischen Partei geflossen sind."
Olympia in Peking: Mit einem gigantischen Feuerwerk endete die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking. "Die Zeremonie" hatte "alle vorherigen in Zahlen, Farben, Lautstärke und Kosten" übertroffen "und demonstrierte der Welt, dass das neue China seine Präsenz zeigen will", schrieb am nächsten Tag der britische "Guardian" über das Ereignis.
Fabian Hambüchen: Die Erwartungen an Deutschlands "Turnfloh" Fabian Hambüchen vor den Olympischen Spielen waren hoch, ebenso die Enttäuschung, als der 20-jährige am Reck daneben griff. Am Ende reichte es dann doch noch für die Bronzemedaille - auch eine beachtliche Leistung.
Matthias Steiner: Nicht nur eine Goldmedaille, sondern auch die Herzen der Deutschen gewann der Gewichtheber Matthias Steiner in Peking. Der gebürtige Österreicher, der für die deutsche Mannschaft antrat, hielt während der Siegerehrung ein Bild seiner zuvor bei einem Autounfall verstorbenen Frau in die Höhe - eine Geste, die selbst hartgesottene Fernsehzuschauer zu Tränen rührte.
Usain Bolt: Einen fantastischen Sieg beim 100-Meter-Lauf legte der Jamaikaner Usain Bolt auf die Tartanbahn in Peking. Selbstverständlich war die Zeit von 9.69 Sekunden zugleich Weltrekord, eine Leistung, die trotz strengster Kontrollen auch die Dopingdebatte wieder neu entfachte.
Xiang Liu: Mit 51 Goldmedaillen lag China am Ende der olympischen Sommerspiele auf Platz Eins des Medaillenspiegels. Auch wenn eine der größten Hoffnungen des Landes am Ende doch nicht starten konnte: Der chinesische Hürdenläufer Xiang Liu versuchte zwar trotz einer Achillessehnenentzündung anzutreten, musste dann aber wegen zu starker Schmerzen doch abbrechen. Seine Fans waren fassungslos.
Abschluss und Ausblick: Fast ebenso grandios wie die Eröffnung war auch die Show zur Abschlussfeier in Peking - obwohl es vorher keine Proben im Stadion geben konnte, da hier noch Wettkämpfe ausgetragen wurden.
Gruß an 2012: Trotz vieler Skepsis und Kritik im Vorfeld waren die Olympischen Spiele 2008 eine gelungene Veranstaltung. Voller Hoffnung auf die nächsten Spiele schwenkte bei der Abschlussfeier am 24. August, Boris Johnson, der Bürgermeister von London, auch die Olympische Fahne.