Frühe Förderung Chinas Sportkinder
Ye Shiwen hat bei den Olympischen Sommerspielen für Aufsehen gesorgt. Die erst 16-jährige Chinesin schwamm mit einem Fabel-Weltrekord über 400 Meter Lagen zu olympischem Gold - und triumphierte später auch noch über 200 Meter Lagen.
Als Ye ihren sensationellen Erfolg erklären sollte, sagte sie: "Wir haben ein sehr gutes, wissenschaftlich gestütztes Training, aber wir sind keine Roboter."
Ye war über 400 Meter Lagen mehr als eine Sekunde unter dem alten Weltrekord der Peking-Olympiasiegerin Stephanie Rice aus Australien geblieben.
Der Erfolg von Ye in London ist kein Zufall. In China basiert sportlicher Erfolg auf früher Talenterfassung und gezielter Förderung. Hier wärmen sich junge Turner im Alter von vier bis sieben Jahren für das Training auf.
An vielen Sportschulen im Land sollen spätere Weltmeister und Olympiasieger in verschiedenen Sportarten ausgebildet werden.
Die Kaderschmieden werden oft als Schulen der Schmerzen bezeichnet. Hier unterstützt eine Trainerin eine junge chinesische Turnerin beim Stretching.
Doch es gibt auch Kritik aus den eigenen Reihen. Die Olympia-Zweite Lu Ying hat nach dem Gewinn der Silbermedaille über 100 Meter Schmetterling in London das chinesische Trainingssystem bemängelt.
"In China heißt es nur lernen, lernen und trainieren, trainieren und dann ausruhen", sagte die 23-Jährige Lu, "ich glaube, unsere Denkweise hat viele Grenzen."
Das straffe Trainingssystem verlangt den Kindern sehr viel ab. Sie werden unter Profibedingungen zu Höchstleistungen gedrillt.
Doch sie bringen den gewünschten sportlichen Erfolg. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 führte China den Medaillenspiegel an und auch in London stehen sie wieder an der Spitze.
Gehorsam und Diziplin spielen in den Kaderschmieden eine wichtige Rolle. Etwa 3000 Sportschulen soll es landesweit geben.
Die Kinder trainieren oft bis zur Grenze ihrer Belastungsfähigkeit. Ihre Eltern hoffen auf ein Leben im Wohlstand durch sportlichen Erfolg.
Hier trainiert ein junger Gewichtheber unter Anleitung seines Trainers.
Die jungen Athleten sollen China an der Spitze des Weltsports halten.